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Sophie Gillioz holte sich gleich vier Goldmedaillen.
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18 Titel in zwei Tagen

11.09.2018 16:02
von  Claudia A. Spitz //

Viermal Gold sicherte sich bei der Elite Sophie Gillioz und auch vier Mal zuoberst stand Tatiana Sidler in der Jugendklasse. Insgesamt rund 90 Starter kämpften an zwei Tagen um die Medaillen. Die Wettkämpfe wurden in den verschiedensten Disziplinen des Westernreitens ausgetragen, wobei Verhalten von Pferd und Reiter gleichermassen beurteilt wurde.

Westernreiten ist eine Sportart für Frühaufsteher. Die Finalqualifikationen begannen am Samstag bereits um sechs Uhr und auch am Sonntag war der Beginn des ersten Finals auf halb sieben festgelegt worden. Bei viel Sonne und sommerlichen Temperaturen wurden auf der Fehraltorfer Barmatt bereits am Samstagnachmittag die ersten Medaillen in drei Disziplinen der Elite vergeben.

Zweimal Gold
Im Western Riding stehen der ruhige Galopp und die Wechsel im Vordergrund. Sophie Gillioz gewann die Prüfung auf Power In The Canyon, einer 15-jährigen Quarterhorsestute. Sie verwies Christa Riem mit Marlanas Invester und Barbara Windler mit Kay Cee Pleasure auf die Ehrenplätze. Auch im Wes­tern Horsemanship triumphierte Sophie Gillioz und holte das zweite Gold. In dieser Prüf­ung sind die Fähigkeiten des Reiters gefragt. Es geht darum, ein vorgegebenes «Pattern» (Programm) möglichst fliessend und genau zu reiten in korrekter Körperhaltung mit präzis­en Hilfen.

Nicole Schmid und Elans Smart Boy gewinnen Gold im Superhorse.

Silber sicherte sich Flurina Tschopp im Sattel von Glowing to Maliblue vor Nadine Rindlisbacher im Sattel von Ribas Little Joe. Da sich in dieser Prü­fung 21 Teilnehmer einschrieben, musste am Morgen eine Qualifikation da­rüber entscheiden, welche zwölf Paare den Final bestreiten durften. Nicht so gross war das Interesse am Western Pleasure, wo es um die Gangarten der Pferde geht. Zwölf Reiter traten zur Entscheidung an. Ben Fischer und HC Extreme Invitation konnten Gold in Empfang nehmen vor Flurina Tschopp, die sich zum zweiten Mal an diesen Tag Silber holte. Dritter wurde Fritz Herren mit Invitation Design. Bemerkenswert ist übrigens, dass dies die einz­ige Prüfung an dieser Meis­terschaft war, bei der es Herren auf das Podest schafften. Zu ihrer Ehrenrettung muss gesagt werden, dass weniger als zehn Prozent der Starter männlichen Geschlechts waren. Zwei weitere Goldmedaillen gab es für Sophie Gillioz am Sonntagmorgen, sie konnte mit Power In The Canyon auch das Show­manship at Halter und das Hunt Seat Equitation Elite für sich entscheiden.

Grosse Felder
Am meisten Nennungen gab es für das Ranch Riding und das Trail, beide Prüfungen verzeichneten deutlich über 30 Nennungen. Die Hindernisse im Trailfinal waren anspruchsvoll und der Parcours interessant anzusehen. Das Niveau war hoch und die Entscheidung knapp. Am Schluss hatte Tanja Oberlin auf Andys Snapper einen Punkt Vorsprung auf Sophie Gillioz, die nach viermal Gold auch noch Silber nach Hause nehmen konnte. Damit sicherte sie sich auch den Titel des All­round Champion bei der Elite. Schon punktemässig etwas zurück lag im Trail Tanja Fahler mit Kings Special Dry. Im Ranch Riding, einer Prüfung, die das praktische Reiten und die Manöver bei der Rancharbeit in den Mittelpunkt stellt, kamen die 15 Besten der Ausscheidung in den Final. Es wurde in dieser Prüfung gut geritten und den Sieg sicherte sich am Schluss mit einem Score von 227,5 Punkten Nicole Schmid im Sattel von Elans Smart Boy. Drei Punkte dahinter holte sich Sarah Stutz Silber auf Boemil Twin Decalog vor Annika Riggenbach mit Great Little Gunner.

Sophie Gillioz holte sich gleich vier Goldmedaillen.

Im Ranch Trail wurde auch ein kleiner Sprung verlangt.


Zum ersten Mal wurde an der SM die Disziplin Ranch Trail ausgetragen. Sie unterscheidet sich vom klassischen Trail dadurch, dass die Hindernisse mehr an die Natur und die tägliche Arbeit angelehnt sind. Auch hier war das Inte­resse mit 21 Nennungen res­pektabel und die Finalprüfung interessant für den Zuschauer. Eines wuss­te man danach: Lassowerfen ist nicht so einfach, wie es in den Westernfil­men aussieht. Das war neben einem kleinen Sprung ein Teil der Prüfung, es wurde aber nicht in erster Linie die Technik und Treffsicherheit geprüft, sondern das ruhige Verhalten des Pferdes beim Agieren des Reiters. Auch hier war die Entscheidung knapp. Christa Riem siegte mit Marlanas Invester und holte so die zweite Medaille. Nur 1,5 Punkte dahinter lag Evelyn Honegger mit Step N Whiz. Auch die Dritte, Madeleine Flury auf Peppys Lil Snapper, verlor lediglich 2,5 Punkte auf die Siegerin.


Superhorse

Den Schluss des Turnieres macht das Superhorse, eine Prüfung, die im Pattern Trail, Western Pleasure, Western Riding und Reining vereinigt. Die Prüf­ung ist immer interessant zu verfolgen mit den verschiedenen Gangarten und Tempi. Zum Schluss hiess die Siegerin nochmals Nicole Schmid, die so mit zwei Goldmedaillen nach Hause fahren konnte. Auch hier lag die zweitplatzierte Corinne Straub mit Big Star Like Gump BB nur knapp zurück, genau wie Renata Bucher auf Little Gin Whiz.

Starke Jugend
Bei den Nachwuchsreitern bis 19 Jahre wurde in acht Disziplinen um Gold gekämpft. Auch hier konnte man Prüfungen auf hohem Niveau sehen. Die Hälfte der Goldmedaillen, also vier, sicherte sich Tatjana Sidler mit Dual Springtime, dazu gab es noch einmal Silber. Unter anderem gewann sie Trail und Horsemanship. Mit diesen Leistungen holte sie sich auch den Titel Youth Allround Champion. Einen ganzen Medaillensatz, also je einmal Gold, Silber und Bronze, erritt sich Silvana Padovan auf Watching Smart.

Podest des Youth Trail (v. l.): Melissa Feldmann (Silber), Tatjana Sidler (Gold) und Sophia Holscher (Bronze).

Das gleiche Kunststück gelang Delphine Egli mit JR Hight Sign Super Spot, der lange Name steht für die Rasse Pony of the Americas. Delphine Egli meint dazu: «Er hat gegenüber den Pferden Vor- und Nachteile, so ist er flinker und wendiger in gewissen Disziplinen, aber zum Beispiel im Pleasure bei den Gängen benachteiligt. Mit dem Sieg im Youth Ranch Trail habe ich aber nicht gerechnet, denn im normalen Trail ist es nicht so gut gelaufen.» Sie gewann auch noch eine Bronzemedaille mit Pezza und den Titel Reserve Youth Allround Champion. Die zwei Tage zeigten, dass in der Schweiz Westernsport auf hohem Niveau betrieben wird. Das bestätigte auch die aus Österreich angereiste Richterin Sylvia Katschker: «Es waren viele hochklassige Ritte zu sehen und vor allem im Ranch Riding war das Niveau top. Obwohl wir lange im Einsatz waren, sorgten die spannenden Finalläufe für genug Adrenalin.» Auch die Organisatoren waren gefordert, denn das Programm war sehr gedrängt, was sich dann am Sonntag auf den Zeitplan auswirkte und für Verspätung sorgte. Das war schade, denn bei der letzten Prüfung, dem attraktiven Superhorse, waren kaum mehr Zuschauer anwesend. Die Frage stellt sich, ob es nicht für alle einfacher wäre, bereits am Freitag mit den ers­ten Ausscheidungen zu beginnen.
Das für dieses Jahr neu gebildete OK hat gute Arbeit geleistet und eine würdige Schweizer Meisterschaft organisiert. Neben den sportlichen Wettkämpfen war die Stimmung auf dem Platz locker und kollegial, sodass es Freude gemacht hat. OK-Mitglied Katrin Grollimund, zuständig für die Parcours, sagte: «Es gab keine Unfälle, das Niveau war hoch und es hat viel Spass gemacht. Für mich war es eine weitere Erfahrung, eine SM mitzuorganisieren, es ist doch noch eine Stufe höher als ein normales Turnier. Wir haben unser Ziel, eine gute SM auf die Beine zu stellen, erreicht.»

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 36/2018)

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