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Die Feuernummer der Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein kam beim Publikum sehr gut an.
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20 Jahre NPZ – ein Grund zum Feiern

20.06.2017 12:50
von  Karin Rohrer //

Eine gelungene Symbiose von früher und heute zelebrierte das Nationale Pferdezentrum Bern. Rückblicke in alte Traditionen, schwelgen in Erinnerungen, aber auch Neues wagen und mit der Jugend den Schritt in die Zukunft gehen. Das alles verschmolz am Samstag zu einem wunderbaren Fest zum 20. Geburtstag des NPZ.

Das Ziel, der Bevölkerung das Pferd näher zu bringen, wurde mit diesem grandiosen Pferdefest für die ganze Familie vollumfänglich erreicht. Schon am Vormittag strömten viele Besucher über das Areal und liessen sich unter anderem auf einem gemütlichen Rundgang das NPZ hautnah zeigen. Dr. Beat Wampfler, Leiter Veterinärdienst, gewährte Einblicke in moderne Behandlungsmöglichkeiten der Kuranstalt, bevor die Tour zu weiteren, interessanten «Hot Spots» führte. Ein Besuch der his­torischen Geschirr- und Wagensammlung der ehemaligen EMPFA versetzte die interessierten Gäste in Staunen. Der Geruch von Leder und die wunderbare Sammlung wertvoller Schätze aus vergangenen Zeiten sorgten für eine unbeschreibliche Magie, der sich die Besucher kaum entziehen konnten. Ein naturhistorisches Erbe ist der Springgarten mit seinen 280 Bäumen und diese grüne Lunge der Stadt Bern versprüht ihren eigenen Charme.

Betriebsleiterin Salome Wägeli.

An die Kleinsten gedacht

Auf Strohballen herumtollen, Kinderschminken, Basteln mit Heu, kunstvolle Zöpfe flechten und süsse Steckenpferde eroberten die Herzen der jüngsten Besucher im Fluge und der Streichelzoo mit Eseln liess die Augen funkeln. Jacob und Marguerite Geiser hatten fast dreissig Esel mitgebracht, die sich nur zu gerne striegeln und streicheln liessen. Über genauso viel Anziehungskraft verfügte natürlich das Ponyreiten, welches durch die Familie Guillebeau vom Ponystall Gwick perfekt arrangiert wurde. Auf dem elektrischen Pferd namens «Movie» durften die Voltige-Stars von morgen ihre ersten Figuren üben und der NPZ-Erlebnispfad führte auch bei Veterinär und Hufschmied vorbei. An den Haltestellen für das Pony-/Pferde- und Eseltaxi herrschte reger Betrieb und so mancher konnte sich kaum entscheiden, auf welchem Wagen er einen Teil des Geländes erkunden möchte.

Die Steckenpferde waren natürlich der Hit.

Das Ponytaxi mit den Welshponys von Dominik Falk war sehr beliebt.

Treffen von Mitarbei­tern und Ehemaligen

Wer mit offenen Augen durch das NPZ streifte, traf auf Mitarbeiter, die ihr Tätigkeitsfeld näher vorstellten und begegnete auch ehemaligen Angestellten und Betriebsleitern. Angeregte Gesprä­che und ganz viele «Weisch no»-Geschichten entflammten bei geplanten oder zufälligen Aufeinandertreffen. Ehemalige Bereiter und EMPFA-Mitarbeiter suchten ihr Foto in den aufgehängten «Ahnentafeln» und manch einer staunte über die Bilder aus vergangenen Tagen, welche die Geschichte von 1997 bis 2017 lebendig werden liessen. Die Zeitkapsel in der Wagenremise bot Gelegenheit, seine Gedanken und Wünsche für die Zukunft schriftlich festzuhalten und man darf gespannt sein, was beim nächsten Jubiläum alles zutage kommt, wenn die Kis­te im Hufeisengeschmiede wieder geöffnet wird. Am Infostand gab es auf jede erdenkliche Frage eine Antwort und auch die Betriebsleiterin Salome Wägeli stand unermüdlich Rede und Antwort, wenn sie nicht gerade mit dem Fotoapparat unterwegs war oder herzlich Gäste begrüsste: «Ich freue mich unwahrscheinlich, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind und hier im NPZ gemeinsam mit uns feiern!»

Vorführungen für jedermann

Es lohnte sich, einen Blick auf den Programmzettel zu werfen, denn quasi im Halbstundentakt fanden Vorführungen im Springgarten oder auf dem Allwetterplatz statt. Springsport mit jungen Pferden und jungen Reitern, Bodenarbeit oder Faszination Dressursport lauteten einige der Darbietungen. Armeepferde bewiesen ihre Vielseitigkeit und die Nachwuchsfahrer zeigten ihr Können an den Fahrleinen. Eine anmutige Quadrille der Reitschule begeisterte ebenso wie die Pferderettungsdemo der Feuerwehr Bern oder die Sprünge über Gräben und Wälle im wunderbaren Paddock. Die Lehrlinge des NPZ konnten sich und ihr berufliches Umfeld näher vorstellen und bildeten damit eine weitere Brücke vom Pferd zur Bevölkerung.

Trotzten den warmen Temperaturen: die Jungbläser der Kavallerie Bereitermusik Bern.

Jubiläumsshow als Höhepunkt

Den Auftakt machte die Kavallerie Bereitermusik Bern. Immer wieder herrlich anzuschauen und natürlich zuzuhören. Beim Berner Marsch stand das Tribünen-publikum auf, ein Gänsehautmoment für wohl alle Beteiligten. Bernhard Wüthrich hatte vier prächtige Freibergerstuten mit Fohlen mitgebracht und wäh­rend sich diese freilaufend präsentierten, erzählten Kinder, warum sie gerne im NPZ reiten und was sie sich für die Zukunft wünschen. Eine reizende Ponyschaunummer und eine harmonische Voltigedarbietung ge­hörten ebenso ins Programm wie eine lus­tige Reproduktionsdemo mit geklontem Pferd, ähm Pony. Zwei junge Fahrer zeigten in einem kleinen Kegel- und Marathonparcours, was im Gespannfahren möglich ist und ernteten viel Applaus, genauso die Jungbläser der Kavallerie Bereitermusik Bern, die sich auf Skiern von Pferden durch den Sand ziehen liessen.

Die Lehrlinge mit den vierjährigen Pferden in einer ansprechenden Quadrille.

Mit der Jugend und für die Jugend

Junge Hufschmiede lieferten aus heiss geformten Eisen die letzten Buchstaben auf einem Jubi­lä­umsschild und das Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere Sand Schönbühl beeindru­ck­te mit Pferde- und Hundedemonstrationen. Handörgeli spielen auf dem Pferd, Jungzüchter beim Vortraben und die Pferdezuchtgenossenschaft Falkenstein mit ihrer berühmten Feuernummer, alles herrliche Präsentationen rund um den geliebten Vierbeiner. Wieder ganz der Jugend gehörte die rassige Präsentation von Dressur, Springen und CC der ZKV-Futurereiter. Für Begeisterung sorgten eine hochkarätige Voltigeshow und eine Springquadrille der NPZ-Lehrlinge mit vierjährigen Warmblütern. Nach einer Einlage der Jungbläser der Bereitermusik liessen es sich die NPZ-Angestellten nicht nehmen, mit viel Herzblut den eigens kreierten «NPZ Bern Blues» zu singen und mit Schweizer Fahnen eine Ehrenrunde über den Platz zu machen. Das NPZ, bewiesenermassen eine grosse Familie, krönte den Tag mit einem Grillfest und viel guter Laune.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 24/2017)

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