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Attenarco mit Henri Turrettini im Sulky konnte wie bereits im Vorjahr die Meisterschaft der Traber für sich entscheiden.
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Attenarco verteidigt seinen Titel

29.08.2017 15:15
von  Silvia Lusti //

Der Inländer Attenarco wurde in der 69. Meisterschaft der Traber auf dem Aarauer Schachen seiner Favoritenrolle gerecht und verteidigte seinen Titel in der Hand von Henri Turrettini souverän. Der Aarauer Schachen bildet seit Jahren die würdige Kulisse für die Meisterschaft der Traber, welche zum 69. Mal ausgetragen wurde. 5500 meist sachverständige Zuschauer, welche für eine tolle Stimmung sorgten, setzten am Totalisator in acht Rennen 72732 Franken um. Ausser einem kurzen Regenschauer herrsch­te schönes Sommerwetter. Nach seinem famosen Sieg am 16. August in der Trophée Vert auf der grossen Grasbahn von Avenches wurde der Titelverteidiger Attenarco in der diesjährigen Meisterschaft der Traber als Favorit gehandelt, zumal er mit der optimalen Nummer eins hinter dem Auto ins Rennen gehen konnte. Henri Turrettini profitierte von dieser perfekten Ausgangslage, um sogleich die Spitze zu übernehmen. Doch schon bald wurde er von Spike mit Nathalie Gonin abgelöst und Turrettini war gezwungen, auf die zweite Spur zu wechseln. Hinter diesen beiden lauerten Smile und Ultra Classique und nach der Galoppeinlage von Smile konnte sich die bisher auf dem Schachen noch ungeschlagene Semola GK in den Rücken von Attenarco begeben. Attenarco bekundete durch die Bögen zwar Mühe und Spike kam als Erster in den Einlauf, muss­te aber schon bald die Segel streichen, während sich Attenarco unwiderstehlich in Szene setzte. Loris Ferro versuchte, mit Semola GK den Titelverteidiger zu beunruhigen, musste aber dessen Überlegenheit anerkennen. Die Stute wurde mit etwas über einer Länge Rückstand Zweite vor dem Meister von 2014, Padolin, der mit seinen 14 Jahren noch­mals eine vorzügliche Leistung zeigte. Vom letzten Platz kam im Einlauf Uccello de Phens noch mächtig auf und wurde Vierter. Spike musste sich auch noch von Sweet Ever bezwingen lassen. Henri Turrettini hatte die Meisterschaft erstmals 1996 mit Cattleya, ebenfalls einer Inländerin, gewonnen, die aber nicht aus seiner eigenen Zucht stammte. Danach begann der Genfer sehr erfolgreich, seine eigene Zucht aufzubauen und mit dem siebenjährigen Ready-Cash-Sohn Attenarco gelang ihm nun das Kunststück, das Titelrennen zum zweiten Mal hintereinander zu gewinnen.

Überraschungssieger: Titou de la Couy mit Ludovic Theureau an den Leinen.

«Titou» und «Alwood» überraschen

In den beiden anderen Trabrennen gab es Überraschungen. In der ers­ten Prüfung fuhr Ludovic Theureau seinen Titou de la Couy mit viel Vertrauen von der Spitze aus zum Sieg gegen Antoine de Loriol und Urango Marancourt. Ludovic Theureau bestritt sein erstes Rennen nach einer fast dreimonatigen Verletzungspause. Danach fügte die 28.80:1-Aussenseiterin Alwood By Fax mit ihrem Besitzer und Trainer André Humbert im Sulky der Favoritin Chérie eine nicht erwartete Niederlage bei, denn die Stute zeigte sich in letzter Zeit nicht sehr trittsicher, präsentierte sich aber jetzt wieder in der Verfassung von Beginn der Saison, als sie in Avenches gewonnen hatte. Der erst vierjährige Animator Porsche Commercial wurde Dritter. 

Rosette Delizy mit Tim Bürgin in den Bügeln gewann ein Flachrennen über 2000 Meter vor April Song und Curtschin.

Siegreiches Jagddebüt von Skating the Park

Die Pferde von Claudia Schor­no sind als ausgezeichnete Springer bekannt und wenn einer ihrer Schützlinge in einer Hindernissparte debütiert, ist sogleich mit ihm zu rechnen. Im Jagdrennen war es Skating the Park, der erstmals über die schweren Sprünge eingesetzt wurde und gleich gewann. Der Totofavorit Umi­ro, der sich lange Zeit am Schluss des Feldes befand, kam im Einlauf nur noch bis auf dreieinhalb Längen an den von Julien Lemée gerittenen Sieger heran und Semilla, die ebenfalls erstmals in einem Jagdrennen antrat, wurde Dritte. Ein ausgewiesener Routinier über Hürden ist hingegen Be my Hope, der mit Michael Huber im Sattel immer ein sicherer Wert ist. Auch diesmal setzte sich das Paar trotz Höchstgewicht durch, wenn auch nur knapp mit einer Halslänge gegen Le Pogge – in den Farben von Claudia Schorno –, der ein vielversprechendes Hindernisdebüt gab. Die von Ae Fananah angeführte Konkurrenz war klar geschlagen. Be my Hope steht im Besitz von Heinz Furrer und wird von Chantal Zollet trainiert, er ist in diesem Jahr über Hürden noch ungeschlagen. Im Crosscountry blieben die Favoriten unter sich. Nach der langen Führ­ungsarbeit von Eau et  Feu war Jürg Langmeier mit dem in seinen eigenen Farben laufenden Les Sables Blancs rechtzeitig zur Stelle, um wie im Frühling mühelos zu gewinnen. Den Kampf um Platz zwei entschied Egisto gegen Algorithme für sich.

Sieger im Hürdenrennen über 3200 Meter: Be my Hope (l. in Weiss) unter Michael Huber. Sing Sing (Blau) kam nur als Fünfter ins Ziel.

Wieder Vougeot

Auf der Flachen errang Stall Friendships von Chris­tina Bucher trainierte Vougeot den dritten Sieg beim sechsten Schweizer Start. Nicolas Guilbert ritt die Stute zu einem überlegenen Erfog über das Stallpaar Attique und Fordson aus dem Stall Aventicum. Im zweiten Flachrennen des Tages fand Tim Bürgin mit Stall Mimis Rosette Delizy im richtigen Moment im Einlauf innen eine Lücke, um den gewinnbringenden Angriff gegen  April Song und Curtschin zu lancieren. Flurina Wullschleger zeichnet als Trainerin verwantwortlich.

 

 

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 34/2017)

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