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Eitriger Nasenausfluss kann ein Symptom für Druse sein.
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Druse – wie erkennen und reagieren?

06.11.2018 11:26
von  Chantal Kunz //

In letzter Zeit wurden wieder vermehrt Drusenfälle in der Schweiz gemeldet. Die Erkrankung der oberen Atemwege des Pferdes ist hochansteckend, aber nicht meldepflichtig. So entsteht schnell mal Panik in den Reitställen, wenn von Druse die Rede ist. Ein Merkblatt, welches auf die Informationen der Melde- und Informationsplattform für die Früherkennung von Pferdekrankheiten «Equinella» gestützt ist, soll Klarheit schaffen.


Hat das Pferd plötzlich hohes Fieber (bis 41 Grad, bei einer Normaltemperatur von 37.5 bis 38.2 Grad), ist sein Allgemeinzustand reduziert, geht der Appetit zurück und bekommt es Nasenausfluss (zuerst klar, später eitrig), sollten die Alarmglocken schrillen. Treten diese Symptome auf, könnte es sich um Druse handeln. Hinzu würde feuchter Husten und Schluckbeschwerden, angeschwollene Lymphknoten und Eiterherde (Abszesse) kommen. Ein bis zwei Wochen nach den ersten klinischen Anzeichen brechen die Lymphknotenabszesse typischer­weise auf. Der Eiter entleert sich nach aussen oder nach innen in den Luftsack des Pferdes. In dieser Phase klingen die Symp­tome ab. Leider können aber auch immer wieder Komplikationen entstehen. Bei Verdacht auf Druse sollte daher sofort ein Tierarzt verständigt werden.

Die Druse
Die hochansteckende Druse ist eine Infektionskrankrankheit, welche die oberen Atemwege des Pferdes betrifft. Sie wird durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder auch über verunreinigte Utensilien wie Tränke- oder Futtereimer, Tränkewasser, Stiefel oder Putzzeug übertragen. Nach einer Ansteckung dauert es drei bis 14 Tage, bis Symp­tome offensichtlich werden. Da sich die Krankheit sehr schnell ausbreiten kann, sollte sie sehr ernst genommen werden, um eine Verschleppung zu vermeiden. Obwohl Druse als «Kinderkrankheit» der Pferde angesehen werden kann und nach einer Ansteckung ein gewisser Schutz (nicht lebenslang) besteht, kann es zu Komp­likationen kommen, welche schlimmstenfalls zum Tod führen können.

Die Behandlung
Die Behandlung eines an Druse erkrankten Pferdes erfolgt individuell auf die Art und den Schweregrad der Erkrankung abgestimmt. Die Abszesse können durch Wärme oder durchblutungsfördernde Salben zum Reifen gebracht werden. Aufgebrochene Abszesse können mit desinfizierenden Spüllösungen gereinigt werden. Unterstützend dazu gibt es entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamte. Bei Antibiotika sollte zurückhaltend gehandelt werden, denn falsch eingesetzt, können diese den Heilungsprozess verzögern oder sogar zu Komplikationen führen. Trotz der hohen Ansteckungsgefahr und möglichen Komplikationen sind die Prognosen bei Druse meistens gut. Es ist zu beachten, dass Pferde auch nach Abklingen der klinischen Symptome noch Träger und Ausscheider des Erregers sind und somit noch eine Gefahr für andere darstellen.

Weitere Informationen:
www.equinella.ch

 

Druse – was nun?
1) Druse ist eine ansteckende Krankheit. Die erkrankten Pferde müssen sofort von anderen, noch gesunden Pferden isoliert werden.
2) Eine klare Kommunikation ist unabdingbar. Sämtliche betroffenen Pferdebesitzer und Reiter sollten über die aktuelle Lage im Stall informiert und über die korrekten Verhaltensregeln aufgeklärt werden.
3) Jeglicher Pferdeverkehr auf dem betroffenen Betrieb sollte verhindert werden. Das heisst, dass keine Pferde (weder gesunde noch kranke) den Betrieb verlassen und auch keine Pferde neu eingestallt werden dürfen.
4) Der Personenverkehr sollte auf ein Minimum reduziert werden: Personen können indirekt Druse-Erreger übertragen! Beim Betreten und Verlassen des Stalles müssen die Schuhe desinfiziert und Hände gewaschen werden.
5) Da Fieber oft das erste Anzeichen einer Infektion ist, sollte bei allen Pferden des Betriebes die Körpertemperatur morgens und abends gemessen werden, um Neuerkrankungen so rasch wie möglich festzustellen.
6) Sollten mehrere Pferde betroffen sein, müssen die Hygienemassnahmen erweitert werden: Dies bedeutet, dass alle Pferde entweder der «kranken» oder der «gesunden» Gruppe zugeteilt werden. Die Gruppen sollten so weit wie möglich voneinander getrennt sein und separat versorgt werden (unterschiedliches Personal, unterschiedliche Utensilien und so weiter).
7) Ein betroffener Betrieb bleibt so lange unter Quarantäne, bis in den entsprechenen Laboruntersuchungen bei sämtlichen betroffenen Pferden kein Druse-Erreger mehr nachgewiesen werden kann.

 

 

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 44/2018)

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