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Samuel Joye und Cuba Libre nahmen die Goldmedaille nach Hause.
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Ein unerwarteter Sieg

11.09.2018 15:58
von  Kirstin Burr //

Samuel Joye sicherte sich überraschend den Schweizermeistertitel in der Kategorie R. Tiziana Realini holte sich die Silbermedaille vor Nicole Krebs. Die Runden waren sehr emotional und das Publikum unterstützte die Reiter lautstark. Fehlerfreie Runden blieben dennoch eher rar.


Nur vier der gestarteten 46 Paare blieben in der ersten Prüfung der Schweizer Meisterschaften Kategorie R ohne Fehler. Der Titelverteidiger Marc Gurtner konnte sich nicht unter den besten 25 klassieren und verpasste damit die Finalqualifikation. Der Final über 135 Zentimeter wirbelte das Klassement noch einmal durcheinander. Andreas Meier und Casey II war das erste der vier Paare, die mit makelloser Weste in den Final starteten, doch eine Stange fiel. Samuel Joye, Tiziana Realini und Nicole Krebs dagegen gelang eine weitere fehlerfreie Runde. Im zweiten, verkürzten Umgang gelang Jonas Marty mit KK Cinderella CH eine Nullrunde, mit der er den siebten Schlussrang belegte. Corina Knuchel, Valèrie Güttly und Nicole Stettler, die alle mit vier Punkten vorbelastet waren, machten es ihm nach. Damit war das Führungstrio unter Druck. Und tatsächlich patzte Nicole Krebs mit Sidney K CH am Steilsprung nach der Kombination und damit war klar, dass die vier Paare um Bronze stechen würden. Realini und Joye behielten die Nerven und zeigten einen weiteren fehlerfreien Umgang.

Stechen um die Medaillen
Nicole Krebs musste dann auch das Stechen eröffnen. Sie ritt mit Sidney K flott vorwärts, wendete gut und setzte damit eine Marke, die es zu knacken galt. Die von Lesley McNaught trainierte Valèrie Güttly wollte mit dem falschen Hindernis anfangen. Sie steuerte mit Rebel IV Sprung zwei an, doch das Publikum schrie und pfiff. Gerade noch vor Ablauf des Countdowns ritt sie dann über die Startlinie. Mit zwei Abwürfen wurde sie Fünfte vor Corina Knuchel und Rosabelle de Lomont. Nicole Stettler wollte die Medaille und riskierte eine engere Linie auf die Kombination. Doch diese erwies sich als nicht passend. Ultima II riss den Einsprung und Stettler verpasste das Podium knapp.

Tiziana Realini und Verygood Delacense gewannen nach einer schnellen Runde Silber.

Nicole Krebs sagte über ihre Bronzemedaille: «Erst war ich doch sehr enttäuscht, ohne den Fehler wäre mehr drin gewesen, aber jetzt bin ich trotzdem glücklich. Es ist schon etwas sehr Spezielles mit einem selbst gezogenen und ausgebildeten Pferd eine Medaille an einer SM zu holen. Ich musste etwas riskieren, um die anderen unter Druck zu setzen, das ist mir geglückt. Es ist eine Superveranstaltung, top organisiert, guter Boden. Ich muss den Veranstaltern ein Lob aussprechen.»
Publikumsliebling Samuel Joye startete mit Cuba Lib­re in das Stechen um Gold. An Sprung zwei, an dem er in den ersten beiden Umgängen Glück gehabt hatte, fiel diesmal die Stange. Doch der Reiter aus Lossy liess sich nicht beirren und drückte auch weiterhin aufs Gas. Tiziana Realini, die Berner Kantonsmeisterin, ist für ihre schnelle Runden bekannt. Sie startete sicher und Very­good Delacense sprang auffallend gut. Doch am Einsprung des Doppels patzte der Wallach. Realini erhöhte das Tempo, doch am Ende fehlten ihr sechs Hunderts­telsekunden zu Gold. «Es ist sehr schade, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf uns­ere Leistung. Warum wir den Fehler am Einsprung hatten, weiss ich nicht. Eigentlich hat alles gepasst. Aber Verygood ist sehr gut gesprungen. Er ist einfach ein unglaubliches Pferd», lobte Realini, die nach der Bronzemedaille 2017 nun eine Silbermedaille mitnehmen konnte. Sieger Joye war überwältigt: «Der Sieg war unerwartet. Ich dachte nach dem Fehler, es sei gelaufen, aber meine Freunde schrien, ich solle weiter Gas geben. Cuba ist bei uns seit er sechs ist. Bis vor vier Jahren hat mein Vater ihn geritten. Seit er keine Turniere mehr bestreitet, habe ich ihn übernommen. Es war eine unglaubliche Saison. Nun werden wir noch beim Championnat Romand und den Fribourger Meisterschaften starten und dann haben wir eine wohlverdiente Pause.»

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 36/2018)

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