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Dressursiegerin Paella vom Schlussgut von Züchterin Ursula Aebischer.
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Eindrücklicher Einblick in die Schweizer Zucht

21.11.2017 13:50
von  Katja Stuppia //

Zum zweiten Mal fand die Swiss Breed Classic auf der Anlage der Familie Johner in Le Chalet-à-Gobet statt. Über 40 Dreijährige präsentierten sich im Freispringen oder in den Grundgangarten den Richtern. «Wie von einem anderen Stern!» Das hörte man raunen, als Doris Schwab mit der dreijährigen Miss Schweiz Paella vom Schlossgut (Fürstenball – Gribaldi) durch die Halle schwebte. Als würden ihr all die neuen Eindrücke nichts ausmachen, überzeugte sie mit unendlich viel Takt, Ausdruck und Losgelassenheit. Dreimal die Zehn für den Schritt unterstrichen dies eindrücklich – ebenso die Zehn für die Rittigkeit von den beiden Fremdreitern Gilles Ngovan und Eva Lachat. «Das ist ein Pferd zum Nach-Hause-Nehmen», meinte denn Gilles Ngovan nach seinem Ritt auf der bildhübschen Stute und auch Eva Lachat hielt fest: «Ich fühlte mich sofort wohl auf Paella.» Züchterin Ursula Aebischer freu­te sich an der Siegerehrung riesig über das viele Lob, das sie von allen Seiten für die Stute erhielt, erklärte aber auch gleichzeitig, dass sich Paella von Beginn weg beim Anreiten sehr angeboten habe und die Stute enorm viel Takt, Gleichgewicht und Losgelassenheit mitbringe. «Dass sie ausserdem so gelassen ist, hat auch damit zu tun, dass wir bereits als Fohlen viele Spaziergänge mit ihr machten und sie so zahlreiche sogenannte gefährliche Situationen spielerisch kennenlernte.» Mit sehr viel Qualität überzeugte auch der 177 Zentimeter grosse Day-Light K (Dante Weltino – Welt Hit II) von Züchter Xaver Kälin unter seiner Reiterin Kerstin Rhyner. Bereits den Feldtest in Frauenfeld schloss er unter den Besten ab, in Le Chalet-à-Gobet erhielt er grosses Lob von Gilles Ngovan und Eva Lachat. «Das ist ein Pferd mit wirklich viel Qualität», meinten die beiden. Sowohl Experten wie Publikum verzauberte die braune Stute wie aus dem Bilderbuch, Lé­muria Bay (For Romance – Lord Sinclair). Unter Kaylie Pfister tanzte sie leichtfüssig durch die Halle und sichtlichen Reitspass hatten danach Gilles Ngovan und Eva Lachat. «So bequem wie auf einem Sofa» sei das gewesen, meinte Eva Lachat lachend. «Die Stute vermittelt ein einzigartiges Reitgefühl.» Die Züchter Daniel Steinmann und Silvia Bossert hatten mit Lémuria Bay an der Prämienzuchtstutenschau in Avenches bereits den zweiten Rang bei den Dressurpferden – hinter Paella vom Schlossgut –  belegt. Die beiden Züchterfamilien kennen und schätzen sich sehr, sind sie doch nicht nur in der Warmblut-, sondern beide auch in der Haflingerzucht erfolgreich. Auch die weiteren drei Dressurpferde im Final, Farell BR (Tannenhofs Fahrenheit – Dressage Royal) von Urs und Erika Bernhard, sowie die beiden von Urs Schenkel gezüchteten Fiona Donna (For Romance – Donnerschlag, Besitzerin Eveline und Esther Heer) und Don Caruso (Del Cuore – Contendro I, Besitzer Urs Schenkel) standen absolut verdient zuvorderst.

Springsiegerin Chamana V.B. von Züchterin Valérie Bochud-Chardonnens.

Mit viel Qualität zu Rang zwei bei den Dressurpferden: Day-Light K (Xaver Kälin).

Bilderbuchstute: Rang drei für Lémuria Bay (Daniel Steinmann/Silvia Bossert).

Überzeugende Chamana

Bei den Springpferden überzeugte Chamana V.B. (Chameur – Cape Canave­ral) die drei Experten Gerhard Etter, Markus Hauri und Daniel Boudrenghien (BEL) am allermeisten. Chamane steht im Besitz und wurde gezüchtet von Valérie Bochud Chardonnens. Chamanes Notenwerte bewegen sich durchwegs zwischen 8 und 9, was der braunen Stute mit der einzigartigen Springtechnik den verdienten Sieg einbrachte. Eine weitere talentierte Stute, Belwood F (Question of Honour – Orlando) aus der Zucht von Jacques Perrin und im Besitz von Jacques Perrin und Viviane Auberson, wurde auf dem zweiten Rang klassiert. Und ein weiterer Chameur-Nachkomme, Cornalin du Moulin (Chameur – Calando II), wurde Dritter. Cornalin du Moulin wurde übrigens von Familie Bertschi, in deren Besitz auch Chameur bis zu seinem Tod im Jahr 2015 war, gezüchtet. Der unvergessliche Hengst bleibt in all seinen erfolgreichen Nachkommen weiterhin nachhaltig in Erinnerung. Die besten vier Dressur- und die besten acht Springpferde qualifizierten sich an der Swiss Breed Classic für den Superfinal am CHI Genf. Die veranstaltende Pferdezuchtgenossenschaft Vaudois, die die Swiss Breed Classic des ZVCH auf den grossen Hof der Familie Johner in Le Chalet-à-Gobet organisiert hatte, erhielt viel Lob von den Teilnehmenden. Das Freispringen und die Präsentation der Grundgangarten wurden – auch aufgrund der über 40 teilnehmenden Pferde – parallel in zwei Hallen ausgetragen. Das Finale der sechs besten Dressurpferde – und damit der Fremdreitertest – erfolgte nach dem Freispringen in der Haupthalle.

Belwood F (Question of Honour – Orlando): zweiter Platz bei den Springpferden.

Cornalin du Moulin (Chameur – Calando II): Rang drei bei den Springpferden.

Springexperten Gerhard Etter, Markus Hauri, Daniel Boudrenghien.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 46/2017)

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