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Der Höhepunkte von Krajewskis Karriere: Einzelgold an den Olympischen Spielen in Tokio im Sattel von Amanda de B’Neville vor Tom McEwen und Andrew Hoy.
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Eine ganz reale Heldenreise

12.10.2021 16:42
von  Alexandra Koch //

Kennen Sie die klassische Heldenreise? Sicherlich ist sie Ihnen bereits begegnet, denn zahllose Filme, Serien und Romane bauen darauf auf. Sei es nun «Game of Thrones», «Harry Potter», «Die Tribute von Panem» oder «Das Schweigen der Lämmer» – überall gibt es dieses Konzept, das vielfach analysiert wurde und bis in die klassische antike Mythologie zurückreicht. Kurz zusammengefasst geht es darum, dass der Held der Geschichte sich nach seiner «Berufung» immer wieder schweren Prüfungen gegenübersieht, bis es zu einem dramatischen Höhepunkt der Geschehnisse kommt. Am Ende steht die «Freiheit» des Helden, der Sieg über alle Schrecken der Vergangenheit. Ab und zu erleben wir derartige Geschichten auch jenseits von Homer und Hollywood. Wie im Falle der Olympiasiegerin im Vielseitigkeitsreiten, Julia Krajewski. Wir haben sie in Warendorf besucht. Ihre Eltern arbeiteten als Geophysiker und hatten mit Pferden zunächst kaum Berührungspunkte. Als Mutter Christina ihre drei Töchter bekam, schulte sie zur Tierarzthelferin um, weil das mehr Zeit für die Kinder bedeutete. Als Julia fünf Jahre alt war, zog die Familie von Hannover ins Emsland auf einen alten Resthof. Hier begann die Mutter mit der Zucht von Dartmoor- und Connemaraponys. «Das hat sie sich alles angelesen», erklärt Julia Krajewski. Auf jenen Ponys begannen Julia und ihre jüngeren Schwestern Clara und Greta mit dem Reiten. Bei Julia wur­de schnell mehr daraus als nur ein Freizeitsport. Ihre erste Vielseitigkeit bestritt sie mit acht, die erste EM ritt Krajewski auf Pony Cyrano mit zarten zwölf Jahren. Das famose Resultat: Doppelgold. Ein Jahr später gab es erneut Gold mit dem deutschen Team und Silber im Einzel. Nach der Ponykarriere fasste sie sofort bei den Junioren Fuss und gewann 2005 auf dem Oldenburgerwallach Leading Edge Teamgold. 2006 folgten Teamgold und Einzelsilber. 2008 ritt Krajewski bei den Jungen Reitern auf dem Oldenburgerrappen Lost Prophecy zu zwei EM-Silbermedaillen, um sich 2009 auf dem Vollblutwallach After The Battle noch einmal Teamsilber um den Hals hängen zu lassen. Nach dem Abitur ging sie nach Warendorf zur Perspektivgruppe Vielseitigkeit, war bei ihrer Ausbildung zur Pferdewirtin Jahrgangsbeste und absolvierte die Prüfung zur Pferdewirtschaftsmeisterin sowie ein Studium zur Diplomtrainerin beim Deutschen Olympischen Sportbund in Köln. «Da war mir dann klar, dass ich auf jeden Fall mit Pferden arbeiten und doch nicht Tierärztin werden möchte», so Julia Krajewski.Geradezu nahtlos schaffte sie den Anschluss an die Seniorenspitze, ritt 2011 in Luhmühlen erstmals bei einer Europameisterschaft der «ganz Grossen». Was gut begann, endete mit dem von Frank Ostholt übernommenen After The Battle im Gelände jäh. Das Pferd lahmte und Krajewski musste das Abenteuer EM aufgeben. Schlimmer noch: Der Wallach trug einen Sehnenschaden davon. Die Karriere war damit beendet, doch er geniesst noch heute mit Stallkollege Leading Edge sein Rentnerdasein bei Julias Mutter in Schleswig-Holstein.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 41/2021)

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