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Podest Schweizer Meisterschaft mit (v.l.) Urs Wenger (Silber), Ralph Dürler (Gold) und Alois Irniger (Bronze).
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Erstmals Championatsgold für Ralph Dürler

17.10.2017 13:37
von  Claudia A. Spitz //

Im deutschen Babenhausen sicherte sich Ralph Dürler nach einem bis zum Schluss packenden Rennen den Schweizer­meistertitel Endurance vor Urs Wenger und Alois Irniger. Bereits zum zweiten Mal nach 2014 war die Schweizer Meisterschaft bei einem Ritt des Teams Klingenbeil in Deutschland zu Gast. In Babenhausen bei Memmingen wurde über 120 Kilometer um die Medaillen gekämpft. Insgesamt sechs Schweizer nahmen das Rennen in Angriff nachdem eine weitere Reiterin auf den Start verzichten musste, da sich ihr Pferd vor dem Start verletzt hatte. Nach einem kühlen Morgen zeigte sich das Wetter von seiner bes­ten Seite mit angenehmen Temperaturen und viel Sonnenschein. Die Strecken waren schön gelegen und abwechslungsreich.

Ralph Dürler mit Scala du Fausset auf dem Weg zu Gold.

Entscheidung in der letzten Runde

Die ersten zwei Runden, rund 64 Kilometer, absolvierten die drei schnellsten Schweizer praktisch gemeinsam mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von gut 17 Stundenkilometern. Leider hatten zu diesem Zeitpunkt schon zwei Schweizerinnen das Rennen aufgeben müssen, da sich ihre Pferde nicht mehr ganz regelmässig im Gang präsentierten. Auch auf der dritten Schlaufe nach gut 90 Kilometern hatte sich niemand abgesetzt, sodass die Entscheidung zum Schluss fallen musste. Entsprechend schnell wurde diese finale Schlaufe angegangen. Der Sieger erreichte auf diesen rund 24 Kilometern einen Schnitt von rund 26 Stundenkilometern. Ralph Dürler und Gabi von Felten erreichten gemeinsam das Stadion und es kam zu einem spannenden Finish. Am Schluss hatte Dürler die Nase vorn. Er bestand auch die abschliessende Veterinärkontrolle und sicherte sich so auf Scala du Fausset seinen ersten Titel. «Es war eine knappe Entscheidung nach einem packenden Rennen und ich danke auch meinem Team, das mich so gut unterstützt hat», so der Sieger. Pech hatte Gabi von Felten. Ihre Stute O Bajan Alom blieb mit dem Puls knapp über den erlaubten 64 Schlägen pro Minute hängen und konnte so nicht klassiert werden. «Meine Stute war rossig und hatte darum ein Problem mit dem Puls, das haben auch die Werte des mobilen Labors vor Ort bestätigt.» Urs Wenger kam eine knappe halbe Minute nach Dürler ins Ziel und sicherte sich mit dem achtjährigen Wallach Vencedor A‘Diamonds die Silbermedaille. Für beide war es die erste Medaille an nationalen Meisterschaften, obwohl sie seit Jahren im Endurancesport sind. Eine knappe Stunde später erreichte Alois Irniger das Ziel. Er startete in der nationalen Prüfung über 120 Kilometer auf der gleichen Strecke, hatte aber eine zusätzliche Tierarztkontrolle zu absolvieren. Da auch diese Prüfung für die Schweizer Meisterschaft ausgeschrieben war, gewann Irniger mit dem selber gezogenen Schedir CH nach dem Titel 2016 dieses Mal die Bronzemedaille. Er überzeugte mit einem regelmässigen Ritt in stetem Tempo. Verdient konnte er auch den Siegerpokal für die nationale Wertung über 120 Kilometer in Empfang nehmen. Alois Irniger freute sich sehr über diese Medaille: «Ich habe absolut nicht damit gerechnet, denn es waren doch einige Schweizer Spitzenreiter am Start. Ich bin einfach meinen Rhythmus gegangen.» Bemerkenswert ist auch, dass es dieses Jahr zum ers­ten Mal seit 1990 ein reines Männerpodest gab, haben doch in den vergangenen zehn Jahren die Frauen deutlich mehr Medaillen abgeholt. Überreicht wurde das Edelmetall von Gisela Marty. Die Verantwortliche Finanzen im Vorstand des Schweizerischen Verbandes für Pferdesport (SVPS) reiste eigens für diese Meis­terschaft an. Das bis zum Schluss spannende Rennen darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Teilnehmerfeld mit sechs Startern auch an diesem Championat nicht sehr gross war. Das ist schade, sind doch gerade die nationalen Titelkämpfe das Aushängeschild einer Sportart. Vielleicht liess sich der eine oder andere davon abschrecken, dass diese im Ausland stattfanden, was natürlich Grenzpapiere erforderte. Es ist zu hoffen, dass im nächsten Jahr in Lyss am ersten Septemberwochenende mehr Reiter an der Startlinie stehen. Peter Münger, Leiter der Disziplin Endurance im SVPS, fasst diese Meis­terschaft folgendermassen zusammen: «Ein Championat läuft immer anders als ein normales Rennen, denn alle wollen natürlich vorne mitmischen, darum wird an einem solchen Rennen mehr riskiert.»

Silber für Urs Wenger mit Vencedor A’Diamonds, hier am Start zur dritten Runde.

Weitere Schweizer Podestplätze

Im CEN über 80 Kilometer erreichte Gwynneth Robbiani auf Why Shy einen dritten Platz und in einem weiteren CEN über dieselbe Distanz klassierte sich die 17-jährige Josefine Flury mit Karajol sogar auf dem zweiten Platz. Die junge Reiterin beendete mit einem anderen Pferd vor zwei Wochen ein Rennen über 120 Kilometer in Frankreich auf dem achten Platz. Im CEI über 80 Kilometer waren drei Schweizer am Start. Peter Bechter erreichte mit Qualopsie den sechsten Platz. Auch Monique Wagner-Münch und Veronika Münger beendeten das Rennen als Zehnte und Elfte. Auch in der Prüfung über 60 Kilometer war eine Schweizerin am Start. Partricia Schillinger, die Mitglied der Schweizer Mannschaft an der Europa­meisterschaft war, wurde mit Sarafina de Luriecq Vierte und Jenny Commons schaffte es über 40 Kilometer als Dritte auf das Podest. Die einzige Schweizerin im Rennen über 160 Kilometer musste aufgeben. Alle drei Podestplätze holten sich die Reiter aus dem Oman. Von zehn Startern konnten acht das Rennen beenden, was eine aussergewöhnlich hohe Durch­kommensrate war.

Schwierige Aufgabe

Die Veranstalter waren bei diesem Ritt gefordert, da es grosse Probleme mit der Zeitmessung gab. Der Verantwortliche des Systems musste in der Nacht wegen einem medizinischen Notfall abreisen und wie es so ist, tauchen genau in einem solchen Fall die Probleme auf. Nachdem Teile der Zeitmessung ausgestiegen waren, musste das meiste von Hand erfasst werden. Dank dem Einsatz der Helfer und Offiziellen konnten aber reguläre Wettkämpfe gewährleistet werden. Für das Team Klingenbeil war es trotzdem ein guter Anlass mit über 100 Startern. OK-Präsidentin Uschi Klingenbeil: «Die Schweizer sind gerne gesehene Gäste bei uns seit wir internationale Rit­te veranstalten.»

Alois Irniger (Bronze) ritt auf Schedir CH sehr regelmässig.

 

 

 

 

 

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 41/2017)

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