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Die Anlage «X-Bionic Sphere»
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«Für die WEG-Prüfungen wäre schon alles bereit»

22.08.2017 14:20
von  Chantal Kunz //

Dieses Jahr trafen sich die besten Nachwuchsreiter der Disziplin Springen im slowakischen Samorin. Der Ort liegt etwa eine halbe Stunde südöstlich von Bratislava und hat 13000 Einwohner. Einen grossen Bereich bildet die Sportanlage «X-Bionic Sphere». Der Pferdesportbereich fasst darin schon über 30 Hektaren. Dazu kommen Schwimmbecken und ein Leichtathletikbereich. Ein Hotel mit Kino, Wellness und
diversen Restaurants bietet rund 300 Zimmer. Der österreichische General Manager ­Richard Ungerhofer schaut in die Zukunft der Anlage.


«PferdeWoche»: Wie kam es zur Gründung der Sportanlage «X-Bionic Sphere» in Samorin (SVK)?

Richard Ungerhofer: Der Eigentümer Mario Hoffmann hatte vor zehn Jahren noch keine Ahnung von Pferden, heute startet er an der EM Endurance. Er bekam zu seinem 40. Geburtstag ein Pferd geschenkt und brachte es an dem Ort, wo heute die «X-Bionic Sphere» steht, unter und nahm Reitstunden. Von da an war seine Leidenschaft für Pferde entfacht.

Der Eigentümer Mario Hoffmann.

Heute, zehn Jahre später, ist er einer der erfolg­reichsten Dis­tanzreiter der Slowakei und nahm letzte Woche an der EM in Brüssel teil. Da Hoffmann nicht nur ein Reiter, sondern auch Geschäftsmann ist, begann er die Anlage aufzubauen. Ein Pferdeparadies war die Idee. Da er aber wuss­te, dass er nicht zwölf Monate lang mit dem Reitsport punkten kann, fügte er noch den Leichtathletikbereich und Schwimmanlagen hinzu. Alles ist auf den Sport, sogar auf Spitzen­sport, ausgerichtet.

Seit wann ist die Anlage in Betrieb?
Der Bereich für Pferde ist schon seit drei Jahren in Betrieb. Die Anlage mit Hotel, wie sie heute steht, wird seit einem Jahr genutzt.

Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?
Bis nächsten Sommer werden noch drei Fussballplätze gebaut, denn danach ist die Nachfrage gross. Wir hatten schon die Fussballmannschaften von Istanbul, die A-Mannschaft der Slowakei und SK Slovan Bratislava hier im Trainingslager und möchten auch Turniere austragen können. Ausserdem soll noch eine Halle mit Platz für 5000 Zuschauer für Basketball, Handball und so weiter entstehen. Im Bereich Pferdesport sind Marathonhindernisse für die Disziplin Fahren geplant. Dies auch in Hinblick auf die beantragten Weltreiterspiele 2022.

Sie haben sich um die Austragung der WEG 2022 beworben. Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen für eine Vergabe nach Samorin?
Ich denke, die Chancen stehen nicht schlecht, da wir die Ressourcen für die verschiedenen Disziplinen hätten. Wir sind gespannt auf die Vergabe im November. Wir entwickeln gerade ein Verkehrskonzept mit Wien, da 250000 Zuschauer in zwei Wochen irgendwo unterkommen müssten.

Wie würde das dann organisatorisch aussehen?
Für die Prüfungen wäre schon alles bereit. Ausser der Geländestrecke für Fahrer und Reiter, aber die soll ja sowieso demnächst gebaut werden. Wir haben zwei Sand- und einen Wiesenplatz sowie zwei Reithallen und genügend Stallungen. Nur für die vielen Zuschauer bräuchte es noch Übernachtungsmöglichkeiten. Da haben wir aber bereits Ideen.

Welche Ideen sind das?
Wir würden gerne mit der österreichischen Hauptstadt Wien zusammenspannen. Die Eröffnungsfeier könnte dort in Zusammenarbeit mit der Spanischen Hofreitschule stattfinden.  Eine weitere, etwas verrückte Idee ist die Vermietung von Schiffen. Es ist möglich, dass ganze Equipen ein Fluss­kreuzfahrtschiff mieten und darauf übernachten.

Richard Ungerhofer, General Manager.


Dieses fährt auf der Donau, die gleich neben «X-Bionic Sphere» liegt und hier 1,6 Kilometer breit ist, auf und ab. So könnten die Reiter auch die verschiedenen Austragungsorte, falls es diese in Samorin und Wien gäbe, erreichen. Ausserdem soll eine Autobahn von Bratislava nach Samorin gebaut werden, diese sollte in drei Jahren fertig sein.

Welche Turniere sind für nächstes Jahr geplant?
Die Summertour CSI4* wird wieder stattfinden und wir wollen nächstes Jahr zwölf bis 15 Distanzritte austragen. Und im Winter soll wahrscheinlich wieder ein Hallenturnier stattfinden.

Wie wird diese ganze Anlage finanziert?
Die Anlage ist privat finanziert, denn in der Slowakei gibt es keine Staatsfinanzierung.

Woher kommt der Name «X-Bionic»?
«X-Bionic» ist der Name von Kompressionswäsche, welche vom Schweizer Bodo W. Lambertz aus Wollerau erfunden wurde. Ich habe ihn erst gerade besucht. Mario Hoffmann gefiel der Name, deshalb heisst die Anlage nun so.

Was mögen Sie persönlich an der Anlage?
Mir gefällt die Stimmung und die Vielfalt hier. Gerade an einem Turnier wie der EM Springen von anfangs August bringen die Leute eine grossartige Stimmung mit. Die Nationen sind vereint. Bei einem guten Ritt springen viele Zuschauer auf und jubeln dem Reiter zu.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 33)

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