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Im bestdotierten Trabfahren des Tages gewann Spike an den Leinen seiner Besitzertrainerin Nathalie Gonin.
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Le Colonel hat am Schluss das Kommando

19.04.2017 14:41
von  Willi Bär //

Mit einem fulminanten Finish hat Le Colonel vor 8000 Zuschauern auf der Barmatt den Grossen Preis der Gemeinde Fehraltorf gewonnen. In den Trabrennen brillierte die im nahen Werrikon aufgewachsene Evelyne Fankhauser mit einem Sieg und einem Ehrenplatz.


Während sich der Regen über weite Strecken zurückhielt, fielen ausgerechnet beim Start zum Hauptereignis, dem Grossen Preis der Gemeinde Fehraltorf (2500 Meter, 15000 Franken) einige Tropfen. Nightdance ­Paolo, mit zehn Jahren der Senior unter den fünf Startern, liess sich davon nicht beirren und übernahm sogleich das Kommando. Direkt hinter ihm galoppierten Saltas und Red Hot Calypso, während Harry the Eagle und Le Colonel die Nachhut bildeten. An dieser Reihenfolge änderte sich lange nichts. Cheryl Schoch versuchte im letzten Bogen mit Red Hot Calypso innen den Leader anzugreifen, drang aber nicht durch. So blieb vorerst alles beim Alten. Doch als Clément Lheureux auf der Zielgeraden Le Colonel lancierte, rauschte dieser mit einem unwiderstehlichen Antritt an den Gegnern vorbei. Le Colonel war so überlegen, dass sich Jockey Clément Lheureux schon vor dem Ziel jubelnd dem Publikum zuwenden konnte. Nightdance Paolo rettete den zweiten Platz knapp vor Red Hot Calypso ins Ziel und sorgte so für einen Doppelsieg des Besitzer­ehepaars Anton und Ve­rena Kräuliger. Trainiert werden die beiden erstplatzierten Pferde von Andreas Schärer in Dielsdorf: «Das Rennen lief wie gewünscht. Nightdance ­Paolo ist mit zehn Jahren weiterhin ein gutes Pferd, vor allem wenn er ungestört seinen Strich galoppieren kann, aber Le Colonel ist als Fünfjähriger natürlich der Spritzigere.» Le Colonel, der als junges Pferd eine gewisse Anlaufzeit brauchte, dürfte heute das beste Galopprennpferd der Schweiz sein. Folgerichtig sind seine kommenden Ziele die grossen Flachrennen in Dielsdorf, Frauenfeld und Avenches.

Stuten Lila und Rosette Delizy überraschen

Grand-Prix-Sieger Clément Lheureux konnte einen weiteren Sieg feiern. Mit der von Guy Raveneau in Avenches trainierten, vierjährigen Stute Lila gewann er überraschend das Flachrennen (2500 Meter, 8000 Franken), das für in der Schweiz gezüchtete Pferde reserviert war. Obwohl die Street-Rebel-Tochter bislang einen fünften Platz als Bestresultat vorweisen konnte, siegte sie hauchdünn vor dem 15 Pfund mehr tragenden Favoriten Prado, der unter Nadia Burger lange geführt hatte. Lordino (Cheryl Schoch) komplettierte als Dritter das Podest.

Die Hürdenprüfung über 3200 Meter gewann Soundtrack unter Raphael Lingg (gelbe Ärmel)
vor dem Schimmel Gaelic Space (Julien Lemée).

Lila ist im Besitz des Scala Racing Clubs, einer Besitzergemeinschaft, die von Rémy Giger aus präsidiert wird. Für die höchste Siegquote des Tages sorgte im Handicap-Rennen (2000 Meter, 8000 Franken) Rosette Delizy. Die von Astrid Wullschleger gerittene 13:1-Aussenseiterin des Stalles Mimis kreuzte den Pfosten eine Halslänge vor Dalida (Michaela Casanova). Cri de Lope (Silvia Casanova) folgte auf Rang drei.
In der abschliessenden Hürdenprüfung (3200 Meter, 8000 Franken) kam es zum erwarteten Sieg für den Elgger Trainer Philipp Schärer, der nach dem Forfait der Stute Semilla drei der vier verbliebenen Starter stellte. Soundtrack und sein Reiter Raphael Lingg mussten allerdings kämpfen, um den auf der letzten Runde führenden Schorno-­Schimmel Gaelic Space (Julien Lemée) noch auf den Ehrenplatz zu verweisen.

Spike – vierter Streich beim vierten Start

Im bestdotierten Trabfahren des Tages (2425 Meter, 12000 Franken) vermochte der von seiner Besitzertrainerin Nathalie Gonin gesteuerte Favorit Spike die hohen Erwartungen vollauf gerecht zu werden. Vorerst im hinteren Teil des Feldes zu sehen, verbesserte sich das Gespann bei Rennhälfte mit einem Rush an die zweite Stelle. Nachdem Spike vor dem Schlussbogen auch noch den bislang führenden Rebus (Marcel Humbert) passiert hatte, trabte er auf der Zielgeraden einem ungefährdeten Sieg entgegen. Es war beim vierten Start in der Schweiz – zwei auf Schnee, zwei auf Gras – der vierte Sieg für den elfjährigen Wallach, mit dem Nathalie Gonin offensichtlich ein Glücksgriff gelungen ist.
Mit Vorsonntagssieger Vigo du Verger gab es bei den Trabern einen zweiten klaren Favoriten. Doch der Schützling von Jean-Bernard Matthey musste sich diesmal nach langer Führung mit Rang zwei begnügen. Abgefangen wur­de er von Titou de la Couy (Ludovic Theureau), der unterwegs stets an zweiter Stelle zu sehen war.

Becks und Amour d’Eté

Einen rundum gelungenen Tag hatte Evelyne Fankhauser. Zuerst steuerte die Trabrennfahrerin aus dem bei Uster gelegenen Werrikon die Stute Cricia d’Eam wie schon vor einer Woche als Zweite ins Ziel.

Heimsieg für die Zürcherin Evelyne Fankhauser mit Amour d’Eté.

Wie alle anderen chancenlos war sie einzig gegen Becks, der in der Hand von Adrian Burger früh das Kommando übernahm und es nicht mehr abgab. Noch besser lief es für Evelyne Fankhauser im letzten Trabrennen. Im Sulky von Hans Tschudins Amour d’Eté bog sie hinter dem Vorsonntagssieger Blé d’Or Télcès (André Humbert) als Zweite auf die Zielgerade, doch in der Schlussphase war Amour d’Eté klar stärker, sodass Evelyne Fankhauser als bejubelte Siegerin über die ­Linie fuhr.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 16/2017)

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