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Marie Louise Reifer-Sax siegte mit ihrem PRE-Tandem.
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Nach Schnee und Regen scheint wieder die Sonne

25.04.2017 12:42
von  Werner Schönenberger //

Im Vorjahr war die NPZ Drivers Challenge noch von Aprilwetter und Schneetreiben geprägt, doch am vergangenen Wochenende lachte die Sonne ununterbrochen. An der grünen Oase Berns war während vier Tagen Fahrsport in seiner ganzen Vielfalt angesagt: Pferde und Ponys, Ein-, Zwei-, Vierspänner und Tandems, junge und ältere Fahrer mit regionalen, nationalen und internationalen Ambitionen. Verschiedene routinierte Fahrer setzten an der Drivers Challenge neue Pfer­de ein. Doch sie mussten erkennen, dass auch sie nicht von null auf 100 durchstarten können. Erfolgsverwöhnte Fahrer wie Werner Ulrich und Cedric Scherrer mussten dies spü­ren. Dies freute wiederum andere Fahrer, die erstmals auf die Siegerliste der Drivers Challenge eingetragen wurden. Leider waren die Fahrsportler nicht mehr so zahlreich wie in den Vorjahren, denn einige Spitzenfahrer starteten gleichzeitig im Ausland.

Guter Teamgeist bei Ponyfahrern 

Im WM-Jahr 2017 herrscht bei den ambitionierten Po­nyfahrern wieder erhöhter Leistungsdruck. Bern galt deshalb für sie als Pflichtturnier. Anders als im Vorjahr hielten die Nerven von Vera Bütikofer bis am Schluss. Sie schaffte sogar, ihren komfortablen Vorsprung nach Dressur und Marathon mit der einzigen fehlerfreien Hindernisfahrt auszubauen. Ihr Vorsprung betrug am Schluss 15 Punk­te auf Vorjahressiegerin Lea Schmidlin und 16 Punkte auf Linus Berther. Auf Anfrage bestätigte Claudia Spitz als Ponyverantwortliche im Leitungs­team Fahren, dass schon zu Saisonbeginn ihre Schützlinge gut in Form seien. Die Schweiz werde eventuell eine WM-Mannschaft, bestehend aus zwei Vierspännern und je drei Zwei- und Einspännern, nach Minden (GER) entsenden.

Willy Birrer stellte den einzigen Pferdevierspänner in Bern vor. 

Überraschungssiegerin Alexandra Sidler

Bei den Einspännern zeig­te Vorjahressieger Stefan Ulrich mit zwei Pferden in zwei Einspännerprüfungen wieder eine ausgezeichnete Leistung. Erstmals war in Bern eine Einspännerprüfung für Fahrer mit internationaler Ausrichtung ausgeschrieben. Sieger Stefan Ulrich und Katia Monier Maret nutzten die Chance und fuhren das schwierige FEI-Championatsprogramm. Zwölf Teilnehmer wählten in der zweiten Prüfung das nationale Dressurprogramm. Dabei überraschte Ale­xandra Sidler mit ihrem Freibergerwallach alle. Sie startete mit einem fünften Rang in der Dressur und siegte in der Marathonprüfung. Später bewies sie auch im Hindernisfahren Ruhe und Präzision und hielt so Stefan Ulrich und Erika Bernhard auf Distanz.

Sieger bei den Zweispännern: Beat Schenk.

WM in Slowenien lockt

Beat Schenk und Bruno Widmer sind gut in die Qualifikation für die Zweispänner-WM in Lipica gestartet. Beat Schenk gewann in Bern die Dressur und die Gesamtwertung und Bruno Widmer den Marathon und das Hindernisfahren. Auf den zweiten Schlussrang fuhr der Vorarlberger Stefan Bösch, seines Zeichens Bronzemedaillengewinner an der Pony-WM 2015. «Ich komme immer wieder ger­ne nach Bern, weil die Dis­tanz für mich vorteilhaft ist und die Anlage und der Sport hier einfach stimmen», erwähnte der ausländische Gast zufrieden. Viele Augen waren an diesen Tagen auf das neue Trakehnergespann von Werner Ulrich gerichtet. Sieg im Punktefahren, Mittelfeldplätze in der Dressur- und Geländeprüfung und Enttäuschung im Hindernisfahren waren die Ergebnisse für den erfolgsverwöhnten Routinier. Trotzdem attestierten Fachleute seinem Gespann viel Gang und Potential. Nach langer verletzungsbedingter Absenz meldete sich Lancelot Marx wieder zurück. Er bereicherte die Zweispännerkonkurrenz, auch wenn der grosse Erfolg noch ausblieb. Für Vorjahressieger Markus Riedener war der Traum einer Wiederholung schon beim Zwangshalt der Marathonprüfung leider vorbei.

Vera Bütikofer zeigte Nervenstärke und gewann die Ponyprüfung.

Mehr Pferde am Wagen als Teilnehmer im Feld

Die Vierspännerprüfung in Bern war zu einer Rumpfprüfung geworden. Bereits im Vorjahr war das Starterfeld klein und in diesem Jahr fehlten nach dem Vierspännerrücktritt von Werner Ulrich auch noch Jérôme Voutaz und Martin Wagner wegen Auslandstart. «Es ist mehr als scha­de, dass verschiedene Gespannfahrer im Ausland starten und so unsere noch wenigen Veranstalter von Vollprüfungen schwächen», meinte der einzige Pferde-viererzugfahrer Willy Birrer. Dank einer neuen Re­gelung konnten Pferde- und Ponyvierspänner in einer gemeinsamen Prüfung starten. Zu Beginn dominierte Willy Birrer mit seinen bewegungsstarken Freibergerpferden in der Dressurprüfung, doch im Gelände und im Hindernisfahren blieb für ihn das grosse Erfolgserlebnis aus. Besser machte es der routinierte Felix Affrini mit seinem Ponyvierspänner. Er selber setzt sich zum Ziel, im August mit der Ponymannschaft an die WM zu fahren. Mit einem Vorsprung von 21 Punkten auf Dominik Falk scheint er zurzeit auf dem richtigen Weg zu sein. Dass wiederum eine Tandemprüfung stattfinden konnte, war der Initiative des Tandem-Club Schweiz zu verdanken. Fünf Gespanne starteten am Freitag an der Kurzprüfung. Wie im Vorjahr gewann Marie Louise Reifer-Sax mit ihren ausdrucksstarken PRE-Pferden vor René Heiniger und André Blatter.

Erstmals gewann Alexandra Sidler die Einspänner-Drivers-Challenge.

Routine in der Organisation

Auch wenn erneut einige Kaderfahrer nicht am Start waren, so verliefen alle zwölf Prüfungen sehr kurzweilig und ohne übertriebenen Ehrgeiz. «Meine Sorglosigkeit verdanke ich allen meinen Kollegen, die eine grosse Fahrsporterfahrung haben», meinte Jurypräsident Daniel Würgler zum Schluss. Damit verwies er auf sein Team mit Daniel Wüthrich, Gui­do Bossardt, Johann Georg Daepp und Fritz Gfeller. Erstmals war Michael May­er an der Drivers Challenge als Parcoursbauer aktiv. Er brach­te neue Ideen und spezielle Anforderungen in den Marathon- und Hindernisparcours ein. «Zur Stammmannschaft im bewährten OK unter Werner Ulrich gehören auch Claudia Spitz im Rechnungsbüro und Kathrin Allemann im Sekretariat», betonte Daniel Würgler abschliessend. «Das Leitungsteam Fahren ist bald wieder komplett. Wir setzten alles daran, dass an der Schweizer Meis­terschaft in Niederwil ZH im September wieder viele Gespanne am Start sind», meinte Daniel Wüthrich als Sportverantwortlicher im Leitungs­team Fahren. «Um den Nachwuchs zu fördern und eine würdige Schweizer Meisterschaft zu ermöglichen, haben wir deshalb erstmals eine SM in der Katergorie L und Junioren ins Leben gerufen.»

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 16/2017)

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