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Reiterautos brauchen regelmässige Pflege.
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Tipps und Tricks für ein sauberes Reiterauto

02.05.2017 13:57
von  Chantal Kunz //

Stall, Geruch und Dreck – das gehört für die meisten zusammen. Doch im Auto haben Dreck und Stallgeruch nichts zu suchen. In der Realität erkennt man aber ein Reiterauto meistens ziemlich schnell. Sofort machen sich Tierhaare und der Stallgeruch im Fahrzeug breit. Beides ist leider nur sehr mühsam wieder zu beseitigen. Das muss aber nicht sein. Mit wenigen Tricks vom Fachmann und etwas Selbstdisziplin kann man das Auto gut vom Pferdestall unterscheiden.

Schmutzige Pferdedecken, eine Schabracke voller Pferdehaare, die dreckverschmierten Reitstiefel und eine Jacke, die nach Stall riecht, liegen im Kofferraum. Bei den Reitern ist das ein fast alltägliches Bild. Doch dann kommt plötzlich der Moment und man sollte einen «Nicht-Reiter» chauffieren oder sitzt mit einer weissen Bluse oder im Anzug im Auto, um an einen schönen Anlass zu gelangen. «Oje, mein Auto riecht und sieht aus wie ein Pferdestall»,  denkt man sich als Reiter dann plötzlich. Und so wünscht man sich, man hätte schon früher etwas dagegen unternommen. Natürlich gibt es Autoreinigungen, die mit Spezialgeräten alle Haare und den Geruch nach Stall entfernen können. Ein solches Unternehmen führt Roger Merz von «Car Make Up» in Volketswil. Dort bringt er die Autos wieder auf Hochglanz. Er reinigt das Cockpit, schamponiert Teppiche und Polster, reinigt und flickt das Leder. Der Experte verrät aber auch einige Tricks, die jeder selbst im Alltag anwenden kann. Diese hat er hauptsächlich aus eigener Erfahrung gesammelt, denn er und seine Familie sind auch Pferdehalter und kennen den Stallalltag nur zu gut. 

Regelmässige Pflege

Roger Merz sagt, am bes­ten sei das wöchentliche Reinigen des Autos von innen und von aussen. «Nebst der regelmässigen Reinigung hilft es natürlich, wenn man die Reit- und Stallkleider auszieht und gegen nicht riechende Kleidung auswechselt, bevor man in das Auto steigt.» So gelange schon gar kein Geruch in das Auto. «Da wir als Familie selbst ein Pferd haben, ­wissen wir aber, dass man dies nicht immer macht, da es umständlich ist und oft die Zeit dazu fehlt», ergänzt seine Frau, die ebenfalls im Unternehmen tätig ist. Deshalb hat die Familie Merz nun eine verschliess­bare Plastikbox im Auto. Dort können sie die Ja­cken, Pferdedecken, Scha­bracken und so weiter hi­neinlegen und den Geruch darin einschliessen. Mit solchen kleinen Tricks kann man auch ein Reiterauto sauber und ordentlich halten. Dies erfordert jedoch ein bisschen Selbstdisziplin. «Zusätzlich zu diesen alltäglichen Mass­nahmen schadet es natürlich nicht, das Auto einmal im Jahr grundreinigen zu lassen», sagt der Experte. 

Schnell herrscht Unordung im Reiterauto. 

Boxen verringern den Geruch. 

Tipp 1: Kleider wechseln

Der hilfreichste Tipp ist zugleich der aufwendigste. Nie mit den Stallkleidern in das Auto zu sitzen, verhindert am effektivsten den Schmutz und den Geruch im Innern des Fahrzeuges. Es empfiehlt sich, im Stall eine Plastikbox zu deponieren, in welche man die Alltagskleider legen kann. So nehmen sie den Stallgeruch nicht auf. Nach dem Reiten oder Stallbesuch kann man wieder in die Alltagskleider schlüpfen. Was aber natürlich nach schweisstreibenden Reitstunden wiederum nicht sehr angenehm ist. 

Tipp 2: Geruch vermeiden

Am besten lässt man schon gar kein Geruch in das Auto. Dabei hilft es, wenn man sich verschliessbare Plastikboxen kauft, welche ständig im Kofferraum liegen. In diese kann man schmutzige Decken, Stiefel, Schabracken und so weiter legen. Wichtig ist, dass die Kiste einen Deckel hat, den man immer verschliesst. So bleiben Pferdehaare und der Stallgeruch in der Kis­te, anstatt sich im Auto zu verteilen.

Tipp 3: Geruch loswerden

Finger weg von Duftbäumchen! Sie vermischen nur den Stallgeruch mit chemischem Duft. Bei starkem Geruch ist es besser, das Auto vom Profi behandeln zu lassen, dieser hat spezielle Mittel und Geräte dazu. Als Hausmittel kann man auch eine Schale mit Kaffeebohnen oder Katzensand über Nacht in das Auto stellen, das sollte den Geruch ein bisschen neutralisieren. 

Tipp 4: Fussboden und Sitze

Gummimatten anstelle von Teppichen in das Fahrzeug zu legen, hilft, den Schmutz der Schuhe besser entfernen zu können. Die Matten können regelmässig ganz einfach abgespritzt und so gesäubert werden. Ausserdem setzt sich der Schmutz auf Gummimatten weniger fest als auf Teppichen. Als Schutz für die Autositze dienen Überzüge, welche im Handel erhältlich sind. Diese kann man einfach entfernen und regelmässig waschen. Damit bleiben jedoch die Sitze sauber und es können sich keine Haare festsetzen.

Tipp 5: Tierhaare

Ohne Arbeit geht es leider doch nicht. Damit sich die feinen Tierhaare gar nicht festsetzen können, sollte das Auto einmal pro Woche mit einem möglichst starken Staubsauger gereinigt werden. Da geht es meistens im Gleichen, das Fahrzeug auch gleich aussen zu waschen. So können sich Pferdehaare, Schmutz und Gerüche gar nicht erst verbreiten. Wenn sich bereits hartnäckige Tierhaare im Innenraum befinden, hilft ein starkes Klebeband. Dieses kann man mit der klebenden Seite aussen um die Hand wickeln und so über das Polster «tupfen». Die Haare sollten so am Klebeband hängen bleiben.

Tipp 6: Stiefel

Manchmal lohnt es sich einfach nicht, die Stiefel vor dem Autofahren zu wechseln. In solchen Situationen hilft ein Putzlappen, den man auf die Fussmatte legen kann. So kann man Stiefel darauf etwas abwischen und vom grössten Schmutz befreien. Den Lappen kann man wöchentlich waschen und verhindert so grössere Schlammflecken oder Mist im Auto. Oder man deponiert eine weitere Kiste im Kofferraum, in welche man die schmutzigen Stiefel vor dem Abfahren legt.

Tipp 7: Frische Luft

Nicht nur dem Haus und der Wohnung tut Lüften gut, auch auf das Auto wirkt sich die frische Luft positiv aus. An einem schönen und vor allem trockenen Tag lohnt es sich, die Fenster des Fahrzeuges eine längere Zeit lang offen zu lassen, ob während der Fahrt oder im Stillstand spielt keine Rolle. Das Lüften vertreibt Feuchtigkeit und auch schlechte Gerüche.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 17/2017)

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