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Prachtexemplar in auffallender Jacke: Kuriosus.
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Topvererber und viel­versprechende Junghengste

28.02.2017 14:49
von  Aline Wicki //

Schon zum 15. Mal bot das Nationale Pferdezentrum in Bern den Hengsthaltern aus der Schweiz und dem Ausland eine Plattform für die Präsentation ihrer Vererber. Am Sonntag wurden die Tore geöffnet und Besucher aus der ganzen Schweiz konnten die potenziellen Väter ihrer zukünftigen Fohlen aus nächster Nähe bestaunen. Insgesamt 22 Hengste, davon deren acht Dressurhengste, lieferten in Bern eine tolle Show ab. Neu wurde die Präsentation sowohl in deutscher wie auch in französischer Sprache gehalten. Besonders freuten sich die Organisatoren über den Gastauftritt des Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen unter der Leitung von Urs Schweizer.

Die Reithalle füllte sich und schien aus allen Nähten zu platzen, als um 15 Uhr der erste Hengst in die Bahn geführt wurde. Innert Sekunden schienen sich einige Damen aus dem Publikum in Kuriosus verliebt zu haben. Der ungarische Palomino strahlte regelrecht und die Eröffnung der Hengstpräsentation war eine gelungene Sache. Hochkarätig ging es sogleich mit Quiwi Dream weiter. Der hoch erfolgreiche zwölfjährige Sohn von Quidam de Revel flog mit Pia Reich regelrecht über die Sprünge. Kein Geringerer als Noowanda Semilly betrat im Anschluss die Bahn. Vorgestellt von einer noch jungen Reiterin zeigte der Routinier sein Geschick und bewies seinen einwandfreien Charakter.

Magnus Romeo zeigte in Bern unter Pia Reich sein ganzes Geschick.

Adinus und Ariane Muff sind ein erfolgreiches Paar.

Croesus flog mit Pia Reich regelrecht über die Sprünge.

Der Coronino-Sohn Captain Jack Sparrow zeigte sein Können am Sprung.

Der Sohn des Diamant de Semilly ist mit viel Kraft und Elastizität ausgestattet. Es folgten zwei frischgekörte, erst fünf­jährige Junghengste, die trotz des noch jungen Alters hervorragend präsentiert wurden. Chininjo de F, abstammend von Chin Champ, bewies ebenso wie Kannan L, ein Sohn des Kannan, sein gewaltiges Springvermögen, es standen doch beträchtliche Sprünge in der Bahn. Und beide zögerten auch nicht, als noch einmal höher aufgelegt wurde. «Wow» tönte es von den Bänken der Zuschauer, als der imposante dunkelbraune Croesus in der Halle erschien. Der international erfolgreiche Casall-Sohn zeigte eine erstklassige Show und versetzte die Besucher in Staunen. Der in der Schweiz bereits bestens bekannte Adinus, welcher unter Ariane Muff einige tolle Erfolge verzeichnet, spielte mit den Sprüngen und zeigte gekonnt seinen kraftvollen Sprung. Auch der Schweizer Schimmelhengst Chiccago K, 2016 Schweizermeister der sechsjährigen Pferde, war mit von Partie. Daniela Krebs führte ihn mit Leichtigkeit über die Sprünge und Chiccago K konnte sein Talent zeigen. Für etwas südamerikanisches Blut sorgte Magnus Romeo. Der argentinische, unter Hans-Dieter Dreher hoch erfolgreiche, 16-jäh­ri­ge Sportler muss man wohl kaum näher beschreiben, ist er doch aufgrund seiner tollen Resultate allen Zuchtfans schon längst ein Begriff. Mit seinen 19 Jahren war Acasino B einer der ältesten Teilnehmer der Hengstpräsentation in Bern. Der Junggebliebene war in bester Form und sprühte vor Energie. Wenn es nach ihm ginge, wäre auch er lieber über die Sprünge geflogen, statt an der Hand vorgeführt zu werden. Auch Evelyne Bussmann sattelte ihren Crack Virtuoso Semilly, um ihn in Bern zu präsentieren. Der Sohn des Diamant de Semilly konn­te in der vergangenen Saison etliche Erfolge feiern und präsentierte sich auch in Bern von seiner aller­bes­ten Seite. Wie die Nachzucht eines Hengstes aussehen könnte, zeigten Coronino und Captain Jack Sparrow, die zusammen vorgeführt wurden. Der 22-jährige Coronino, der einige sehr erfolgreiche Nachkommen hervorbrachte, tänzelte mit einer enormen Leichtigkeit und schwungvollen Gängen durch die Bahn, während sein Sohn Captain Jack Sparrow am Sprung sein Können zeigen durfte. Letzterer zeigte sich von der Stimmung in der Halle beeindruckt, überzeugte dann aber umso mehr über dem Sprung. Den Abschluss bei den springgezogenen Hengsten machte der auffällige Fuchshengst Candinas. Der Sohn des Catoki bewies nicht nur in Bern sein gewaltiges Potenzial, sondern sicherte sich am deutschen Bundes­championat der fünfjährigen Pferde die Bronzemedaille.

Acht Bewegungskünstler in bester Form

Ganze acht Dressurhengs­te konnten in Bern vorgeführt werden. Ein besonderer Gewinn war der Gast­auftritt des Dressurpferde Leistungszentrums Lodbergen, welches mit vier Topvererbern nach Bern reiste. Den Dressurteil eröffnete ein Dressurhengst wie er im Bilderbuche steht. Finest Selection, ein lackschwarzer Hengst mit viel Vollblutanteil. Der Oldenburger tanzte durch die Bahn und verzauberte das Publikum. Ihm folgten zwei Ponydressurhengste. FS Capelli de Niro, ein falbfarbener ansprechender Sporttyp mit viel Bewegung, zeigte, was in diesen kleinen Sportlern ste­cken kann und bewies sein Können. Auch Classic Champ, ein doppelveranlagter Ponyhengst, wurde im Dressursattel präsentiert. Auch er zeigte seine schwungvollen Gänge und zeigte einmal mehr, wie hervorragende Sportponys zur Zucht zur Verfügung stehen. Einer den bestimmt jeder Dressurreiter kennt, hört auf den Namen Lord Sinclair III. Corinne Sé­lébam Alt zeigte auf ihrem Hengst eine Vorführung vom Allerfeinsten.

Dominy ist ein auffallender Fuchshengst mit tollen Gängen.

Best for Me zeigte sich von seiner besten Seite.

Royal Doruto ist ein wahrer Seriensieger mit viel Ausdruck.

FS Capelli de Niro – auffallender Ponyhengst mit bester Abstammung.

Fünf Minuten lang durfte man zusehen und geniessen, wie Sé­lébam und Lord Sinclair mit einer Leichtigkeit und Harmonie im Viereck schwebten. Mit Dominy führte das Dressurpferde Leistungszentrum Lodbergen einen hoffnungsvollen erst fünf Jahre alten Fuchshengst von Diamond Hit vor. Die imposante Erscheinung wurde 2016 Bayerischer Reitpferdechampion und wusste auch in Bern zu gefallen. Hen­nessy S, von Hotline abstammend, machte der Schweizer Dressurpferdezucht alle Ehre. Der erst vierjährige Hengst zeigte sein ganzes Potenzial, de­mons­trierte sein schwungvolles Gangwerk und man darf gespannt sein, was seine Zukunft bringen wird. Wer denkt, in der Dressurpferdezucht gäbe es nur Rappen und Dunkelbraune, liegt daneben. Denn auch Best for Me, ein fünfjähriger Prachthengst von Bretton Woods, war in Bern zu sehen. Der ansprechende Hengst in fuchsfarbigem Kleid erreichte in allen Belangen top Bewertungen. Das edle Hengstlot wurde von Royal Doruto abgerundet. Der braune Oldenburger ist ein wahrer Seriensieger. Der Royal-Hit-Sohn heizte in Bern nochmal richtig ein und sorgte für einen beispielhaften Abschluss der Hengstpräsentation.

Auch die Show neu zweisprachig

Die Hengstpräsentation wurde durch Markus Hinzke bestens musikalisch untermalt. Eine Vorführung der jüngsten Voltigiererinnen aus dem Nationalen Pferdezentrum Bern entzückte die Besucher und bot passende Abwechslung beim Übergang von den Springhengsten zu den Dressurvererbern. Der bestens bekannte Auktionator Volker Raulf moderierte den Anlass gekonnt und mit viel Char­me. Für die Gäste aus der Westschweiz wurde die Präsentation durch Léa Wertheimer, welche auch am Brunch die Übersetzungsarbeit lieferte, ins Französische übersetzt. Der Anlass wurde durch das Nationale Pferdezentrum Bern einmal mehr mit viel Liebe zum Detail organisiert, was auch in der Dekoration der Halle zu sehen war. Die 15. Ausgabe von Hengste in Bern schien ein Erfolg zu sein, die Halle war voll und die Programmhefte ausverkauft.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 8/2017)

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