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Der eigene Stall.
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Unser eigener Stall

07.03.2017 14:11
von  Chantal Kunz //

Immer wieder kommt es vor, dass Pferdebesitzer den Stall wechseln müssen oder wollen. Dies hat viele verschiedene Gründe. Es stellt sich dann die Frage, was das Richtige ist. Offenstall? Pension? Selbstversorger? Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab. Klar ist, dass ein Selbstversorgerstall am meisten Aufwand bedeutet, aber auch die grösste Freiheit zulässt. Doch ein solcher Stall muss zuerst in Betrieb genommen werden. Anhand eines Beispiels zeigen wir, was es alles braucht, bis die Pferde in einen neuen Stall einziehen können.

Ein Stall ist schnell gefunden. Wenn man als neuer Mieter aber nur ein Pferd hat, das einzieht, muss nur schon aus Tierschutzgründen ein weiteres Pferd gefunden werden. Der einfachste Weg, einen oder mehrere Stallkollegen zu finden, ist der Weg über Inserate und dem Weitererzählen im Bekanntenkreis. Es empfiehlt sich, sowohl Vier- als auch Zweibeiner vor Einzug kennenzulernen, denn bei allen sollte am Schluss die Chemie stimmen und die Ansichten sollten ungefähr die gleichen sein. So ist zum Beispiel auch von Vorteil, wenn man sich auf eine Art des Entwurmens (Kotprobe oder Entwurmen) einigt. Ausserdem sollte darauf geachtet werden, dass die Pferde ungefähr das gleiche Alter und Temperament haben. Eine Gruppe junger Pferde ist zu anstrengend für einen Senior. Damit es später in der Stallgemeinschaft keinen Ärger gibt – oder möglichst wenig – ist wichtig, dass sich die Beteiligten schon vorher austauschen. 

Der eingestreute Innenbereich bietet Liegeflächen.

Aller Anfang ist schwer

Hat man erst einmal die passenden Partner für das Projekt Stall gefunden und ist der Mietvertrag unterschrieben, steht man manchmal aber noch vor einem leeren Stall. Wurde dieser eine längere Zeit nicht genutzt, ist einige Arbeit nötig, bis er in Betrieb genommen werden kann. Oft bedeutet dies ein Grossputz. Doch in den meisten Fällen helfen alle beteiligten Personen wie Besitzer und Reitbeteiligungen. Bewaffnet mit Schwämmen, Besen und Putzmittel ist alles schnell auf Vordermann gebracht. Im Beispiel wurden die Wände mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt, die Fenster geputzt und die Schränke von Spinnweben befreit. Das war innerhalb eines Tages erledigt. An­schliessend muss der Stall mit den gäng­igen Instrumenten ausgerüstet werden. Da kommt es darauf an, was schon vorhanden ist oder was man braucht.

In den Fachmärkten bekommt man eigentlich alles. Im Beispiel wurden alte Autopneus verwendet, in welche die Futterkübel hineingestellt werden können. Dadurch können sich die Pferde beim Fressen nicht verletzen. Bei der Art der Raufutterfütterung einigte sich die Stallgemeinschaft auf Heunetze. Dieser Entscheid kam daher, da den Pferden aus gesundheitlichen Gründen Heulage gefüttert werden muss und man davon nicht 24 Stunden am Tag zur Verfügung stellen sollte, da der Säuregehalt höher ist als bei Heu. Mit Heunetzen können Portionen gefüttert werden und die Pferde sind länger mit Fressen beschäftigt. Durch Wandhalterungen können zwei Heunetze an die Wand gehängt werden und die Pferde kommen sich nicht in die Quere. Ausserdem besteht auch nicht die Gefahr, dass die Vierbeiner mit den Hufeisen in den Netzen hängen bleiben. Für mehr Effizienz wurden im Fachhandel gleich vier grosse Heunetze besorgt. Dadurch können immer am Abend zwei Heunetze an je sieben Kilogramm Heulage aufgehängt und die anderen beiden bereits gefüllt werden, damit man sie am Morgen nur an die Wand hängen muss. Es ist von Vorteil, am Anfang eine Federwaage beim Füllen der Heunetze dabei zu haben, denn es ist nicht ganz einfach, sieben ­Kilogramm abzuschätzen. Diese Menge wurde aufgrund der Regel ein bis zwei Kilogramm Heulage pro 100 Kilogramm Lebendgewicht bestimmt. Um die leeren Zeiten (ohne Heulage) zu überbrücken, wurde noch Futterstroh hinzugezogen. Dies soll zum Knabbern an­regen, wodurch Stress abgebaut und der Darmtrakt angeregt wird. Nun ist das Angebot an Heulage gross und nicht für jeden Stall ist dieselbe Menge und Art des Raufutters richtig. Am bes­ten informiert man sich über die verschiedenen Grössen der Ballen und die Verkaufsstellen, da Preis und Grösse variieren. Ausserdem spielt die Anzahl der Pferde und die vorhandenen Lagermöglichkeiten 

Utensilien wie Bollenboy und Besen werden am Anfang eingekauft.

 

Den ganzen Bericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe der PferdeWoche (PW 09/2017). 

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 09/2017)

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