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Geschick und Vertrauen auf dem Balanciersteg: Sir Charly, geführt von Rahel Krähenbühl.
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Zwei- und Vierbeiner durch dick und dünn

09.10.2018 10:08
von  Ruth Müller //

Die Reitanlage Steinlera im freiburgischen Düdingen war Schauplatz der Schweizer Meisterschaft SFRV HorseChallenge. In den vier Teilprüfungen Bodenarbeit, Gelassenheit, Trail/Dressur und Geländeparcours wurden Vielseitigkeit, Vertrauen und Teamwork auf die Probe gestellt.


Die Schweizer Meisterschaft war geprägt von beherzten Leistungen der Mensch-Pferd-Paare, die sich unter dem Jahr für dies­en Saisonhöhepunkt qua­lifiziert hatten. Auch die gute Organisation, die Top­infrastruktur der Reitanlage, der feierliche Rahmen sowie das freundliche Spätsommerwetter trugen zur positiven Stimmung bei. Je drei gerittene und geführte Stärkeklassen in den Stufen leicht, mittelschwer und schwer standen auf dem Programm. Insgesamt 44 Teilnehmer beendeten das Championat und kamen in die Wertung. Nachdem letztes Jahr erstmals die leichten Stufen F3 (geführt) und D3 (geritten) an der SM zugelassen wurden, konnten sechs neue Champions gekürt werden.

Vertrauen und Zusammenspiel
Grosses Vertrauen und feines Zusammenspiel von Zwei- und Vierbeinern waren Voraussetzung, um die anspruchsvollen Parcours mit Stil zu absolvieren. Auf dem Aussensandplatz warteten je acht Aufgaben in der Bodenarbeit und der Trail/Dressur.

Zusammenspiel in Präzision: Stefanie Weingart führt Mr. Super Smart über den Rundholzfächer.

Die Bodenarbeitsprüfung bestand aus ein­em Mix von Springhindernissen, Dressurelementen, Präzisionsübungen und Freiarbeit. Balanciersteg, Fasssprung und Rundholzfächer waren spektakuläre Elemente. Ebenfalls eine vielseitige Mischung aus Volten, Taktstangen und Engpass-Brücke beinhaltete die Trail/Dressur. Diese Teilprüfung bedingte ein rittiges, gehorsames Pferd.

Vielseitigkeit und Flexibilität
Starke Nerven forderten die Gelassenheitshindernisse in der Reithalle. Der Industriestaubsauger, mit dem die Vierbeiner konfrontiert wurden, war nicht nur lautstark, er war auch fast so gross wie manches Shetty. Im tiefen Wassergraben schwamm allerlei und die schwabblige Matratze war zudem mit einer ra-
­sch­elnden Plane bedeckt. Auf der Geländestrecke prüften Hindernisse wie Balancierstange und Sacktransport, wie geschickt und eingespielt die Paare sind. Horse­Challenge erfordert aufgrund der sich rasch folgenden unterschiedlichen Aufgaben einiges an Vielseitigkeit und Flexibilität. Was auch eine Chance bedeutet: An der Intensität der verschiedensten Elemente können Zwei- und Vierbeiner gemeinsam wachsen. Sie werden dadurch immer enger zusammenge­schweisst. Die Leistungsdichte war in Düdingen sehr hoch, und über die Rangierung entschieden sehr oft wenige Punkte Unterschied.

Frauendomäne
In der schweren Reitprüfung D1 konnte sich Laetitia Gauthier über den Sieg freuen. Mit ihrer PRE-Stute Lanzada CEN siegte sie mit grossem Punktvorsprung. Auf Stufe D2 feierte Ramona Herzog mit dem Fellpony Fantast van de olde Maten einen Vollerfolg. Und im D3 stieg Anne-Laure Nicoulaz, die ihr Paint Horse Eywa gut vorgestellt hatte, aufs oberste Treppchen.

Über die Engpass-Brücke in der Trail/Dressur: Isabel Thomann auf Shadow X.


Auch die geführten Konkurrenzen boten harmonische Bilder. In der schweren Klasse F1 marschierte Saskia Marti mit Yllico abermals zum Sieg. In der Kategorie F2 heimste Anick Meister mit Mini-Shetty Jes­ter von Landorf den SM-Titel ein und auf Stufe F3 hiess die Siegerin Iris Mäder mit dem Tennessee Walker Johnny Walker. Auffallend war, dass HorseChallenge offensichtlich eine Frauensportart ist. Nur zwei Männer waren am Start. Beide schafften jedoch den Sprung aufs Podest. Pascal Losey klassierte sich mit CH-Stute Dakota im zweiten Rang der Stufe D1 und Marino Graf erreichte in der Kategorie F2 Rang drei nach seiner gelungenen Vorstellung mit Paint Horse HB Instant Man.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 40/2018)

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