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Unternehmer und Pferdefreund: Othmar J. Blumer.
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Harmonie – im Sattel und Beruf

von  Charles Stoob //

Ein harmonisches Zusammenleben ­geniesst bei ihm einen sehr hohen Stellenwert. Sei es nun im beruflichen, privaten oder militärischen Umfeld. Othmar J. ­Blumer, der vielseitige Unternehmer, ­Offizier und Rösseler, mit einem Studium für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, hat bis dato diese Auffassung täglich und ohne Einschränkung praktiziert und als persönliches Erfolgsrezept betrachtet

Im Zürcher Unterland, in Rorbas, hat er seine Jugend verbracht. Als einziger Filius des Baumwollspinnerei-Fabrikanten Othmar Blumer. Man hat ihn also mit dem gleichen Vornamen getauft wie seinen Vater. Mit Fug und Recht wurde ab sofort vom Senior und Junior gesprochen.

Mit dem Reiten hat Othmar schon früh begonnen ...

... mit dem korrekten militärischen Gruss ebenfalls.

Wer in einem solchen Umfeld aufwächst. muss ja fast verpflichtend einer speziellen Ausbildung entgegen sehen. Bei Othmar junior ist es jedenfalls so geschehen, denn nach der Primarschule musste er versuchen, die viel schwierigeren Themen an der Mittelschule Zürich intus zu kriegen. Er schaffte dies allerdings ohne grosse Probleme und schloss mit der Matura Typus B ab.

Um aber später einmal unternehmerisch mit seinem Vater Schritt halten zu können, schien ein Studium für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der HSG in St. Gallen sinnvoll zu sein. Damit begann für ihn ab 1956 ein Ausbildungs-Turnus, der umfangreicher gar nicht hätte sein können. Da war ja zusätzlich noch das Thema Praktika zu bestehen. Das löste er gekonnt und effizient. Drei Monate Einblick in einen Textilbetrieb, deren sechs in eine Bank, wiederum drei in eine Speditionsfirma in Bremen mit Absolvierung eines Baumwollklassierer-Kurses an der Baumwollbörse. Geendet haben die Praktika mit einem Semester an der Uni Zürich. Von der HSG nahm Othmar Abschied mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Lizenziat, Richtung Industrie. Wer jetzt vermutet, aus Othmar junior sei nun ein knallharter Ökonom und Manager geworden, unterliegt einer Täuschung. Seine Wesensart liesse solches gar nicht zu, denn schon von klein auf gehört er zu jenen, die den Konsens befürworten, die Harmonie vor den Streit stellen.

Othmar war in jungen Jahren auch ein  Pfadfinder.

Diese Einstellung gewährt der eigenen Meinung immer noch genügend Raum, die er, wenn nötig, auch selbstbewusst in die Runde wirft. Das hat sich auch bei seinen verschiedenen Auslandaufenthalten als vorteilhaft erwiesen. Ob nun während eines Jahres in den Südstaaten der USA und Mexico, oder mit Kurzausbildungen in Zentral­amerika und einem vierteljährlichen Praktikum in ­einer Baumwollproduktions- und -handelsfirma in Peru. Es waren Stationen in seinem Leben, die ihm zu grossen Kompetenzen verhalfen. Sie waren gefragt von verschiedenen Firmen und Branchen.

Der Dragoner

Während des sieben Se­mes­ter dauernden Studiums rief ihn aber auch noch die Armee zu sich. Bei der Kavallerie. Warum denn das? Nun, Papa ist als Hauptmann der Infanterie schon geritten, warum soll­te der Sohn dies bei den Dragonern nicht auch dürfen? Nach der RS kam die UO, in der er sich bei ei­nem Sturz vom Pferd derart schwer verletzte, dass er längere Zeit im Spital verbringen muss­te. Nach der Genesung absolvierte er noch die Offiziersschule in Thun. Die WKs leistete er in der Schwadron 17, zuletzt diente er als Oberleutnant im Stab von Oberst Hans Bühler. Sein Eidgnoss Capri war eine bildhübsche Hannovera­ner-Stute.

Oberleutnant Blumer im Sattel von Snow Cap in einer Dressurprüfung.

Er ist ein Mitglied des Kavallerievereins Zürich. Der ist aber, seiner Meinung nach, am Aussterben, da bislang strikte nur Kaval­le­risten Zutritt hatten, Frau­en als Mitglieder gar nicht akzeptiert wurden.

1967 heiratete er die Kilchbergerin Helen. Sie haben drei Kinder aufgezogen. Ein Zuwachs, der zwangsläufig mehr Raum be­nöt­igte. 1988 baute er deshalb für seine Familie ein gross­zügiges Eigenheim in Feldmeilen ZH.

Trotz seines grossen beruflichen Engagements gönnt er sich, wann immer möglich, das Zusammensein mit Pferden. Sein erstes eigenes Pferd, eine Irländer-Stute, hiess Snow Cap. Aktuell setzt er sich für gelegentliche Ausritte in den Sattel von Two Pazz Star, einem 27-jährigen Quarter Horse.

Zürcher Cross-Country Rennen in Aarau beendet mit Cometa im dritten Rang.

Als Berittener war er selbstverständlich ein Willkommener in der Zürcher-Zunft Hottingen, deren Vorsteher er sogar wäh­rend rund elf Jahren war. Dass er als HSG-Absolvent auch ein Mitglied des Alt­herrenverbandes der Mercuria-San-Gallensis (Hochschul-Studentenverbindung) wurde, versteht sich von selbst.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 05/2012)

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