Suche
Ein Mann der Humanität: Anton «Tony» Bruhin.
Previous Next
Aktuelle Themen

Mehr Respekt vor Tieren ist notwendig

von  Charles Stoob //

Er ist in seinem Wesen ein gütig zu nennender Mann. Dennoch selbstbewusst und wenn nötig auch bestimmend, aber immer im Rahmen einer humanen Gesinnung. Der Jahrzehnte als Gutsverwalter  und eidg. dipl. Landwirt tätige Anton Bruhin lässt in seiner gerechten Forderung nach mehr ­Respekt gegenüber Mensch und Tier zu keinem Zeitpunkt nach. Er musste aber auch zur Kenntnis nehmen, dass die dafür notwendige Unterstützung leider immer noch auf relativ schwachen Füssen steht.

Das war die Kutschen-Hochzeit 1962 von Margrith und Tony.

Tony ist in der March, genauer gesagt im schönen Schübelbach aufgewachsen. Von den insgesamt zwölf Kindern der Familie ist er der älteste männliche Nachkomme. Vater Peter-Anton und Mutter Bertha nannten zwar eine kleine Liegenschaft ihr eigen, waren aber in den Sommermonaten stets auf der Alp beschäftigt. Eine grössere Pacht an Ort brauchte es aber zusätzlich, um die Existenz zu sichern. Der heranwachsende Tony war dafür vorgesehen, seinen Vater dereinst abzulösen. Ein sogenanntes Bauernlehrjahr gab es zu jener Zeit noch nicht, aber die Landwirtschaftliche Schule in Pfäffikon SZ lag ja ganz in der Nähe. Die erfüllte voll und ganz die Ziele von Tony, der sich vorgenommen hatte, ein eidg. dipl. Landwirt zu werden. Also einen Winter lang zur Vorbereitung nach Pfäffikon SZ, um nachher während eines Jahres das Wissen und Können für das begehrte Diplom zu erlangen.

An der Springkonkurrenz 1989 in Wädenswil zeigte er sich als ehrgeiziger Reiter.

Bei den Pferden wollte er sein

Dass er sich für den militärischen Dienst bei der Kavallerie meldete, übe­r­rascht nun wirklich nicht. Viel eher schon die Tatsache, dass man ihn beim Train einteilte. Dort hätte er auch Pferde zur Seite gehabt, aber nicht bei der Waffengattung, die er sich nun mal wünschte. Auf ­Intervention von Oberst Kess­ler aus Schwyz bekam er den Stempel «Kavallerie» aber dennoch.
Und er war ein sehr guter Rekrut. Einer, den die Vorgesetzten sofort für höhere Aufgaben geeignet sahen. Er wurde im Anschluss auch zum Korporal ausgebildet. Seine zwei Eidgenossen, der Hannoveraner Wallach Concini und die Franzosenstute Bijou standen ihm treu  zur Seite. Er ihnen aber auch. Im vierten WK in der Schwadron 24 wurde er dann zum Wachtmeister befördert.
Im Reitverein March engagierte er sich im Vorstand. Zuerst als Aktuar, dann betraute man ihn für mehrere Jah­re mit präsidialen Aufgaben. Dass er auch erfolgreich an Concours und Military-Prüfungen an den Start ging, gehörte zu seinen pferde­sportlichen und militärisch geforderten Aktivitäten. Als rühriger OK-Präsident des jährlich stattfindenden Concours in Siebnen zeig­te er auch seine organisatorischen Fähigkeiten.

Sein ehemaliges Wirkungsfeld: Der Altersheim-Gutsbetrieb Gams.

Ungewollte Luftveränderung

1962 stand Tony mit Margrith, einer Bäckers-Tochter aus Wangen, vor dem Traualtar. Notabene zusammen mit den Hochzeitsgästen hingeführt mit insgesamt neun Kutschen. Zwei Töchter und drei Söhne haben sie zusammen grossgezogen. Zwei Jahre nach der Hochzeit übernahm Tony den elterlichen Hof. Eine Verantwortung, die er sehr gerne wahr­nahm. Bei den dazu gepachteten Liegenschaften beim benachbarten Hof gab es jedoch überraschende Veränderungen, die ihn dazu zwangen, sich nach anderen existenziellen Möglichkeiten umzusehen.

Lehrmeister Anton «Tony» Bruhin mit ehemaligen Lehrlingen.

Im zürcherischen Schleitheim in einem grossen Altersheim fanden sie die Anstellung als Verwalter. Eine Phase im Leben von Tony, die ihm und seiner Frau nicht ganz behagte. Zudem hatte er mit diesem Schritt ein Hobby aufgeben müssen, das er wirklich gerne behalten hätte. Denn schon im Alter von 28 agierte er stark in der Politik. Er war Fürsorge-Präsident und Gemeinderat von Schübelbach. Bis zu seinem Wohnungswechsel nach Schleitheim war Tony sogar vier Jahre im Kantonsrat Schwyz aktiv tätig. Das war jetzt alles passé. Seinem gesetzten Berufsziel kam er dann auf dem Altersheim-Gutsbetrieb in Gams SG um ein Vielfaches näher.

Als Viehschau-Präsident an einer Schau mit Kühen vom Gutsbetrieb.

Es war eine Verwaltungsaufgabe, die ihn, zuständig für den Gutsbetrieb, und seine Frau, zuständig für das Haus und deren 30 Insassen, in allen ­Belangen behagte. Diese Stimmungslage liess im ganzen Umfeld ein äusserst positives Wirkungsfeld entstehen. Und dies ungebrochen bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000. Das würden vor allem die 25 Lehrlinge, die von ihnen in all den Jahren ausgebildet wurden, jederzeit gerne bestätigen. Dass nun inzwischen dieser grossartige Gutsbetrieb in der Gegenwart anderen Interessen und Bauten weichen muss­te, also nicht mehr existiert, beschäftigt noch heute Tony und Margrith enorm.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 7/2012)

[...zurück]

Pferdemarkt

Die neusten Angebote

4-jährige Freizeitstute

Kayla
andere
2008, Stute

9-jährige Stute

CILLA HOWER CH
CH-Pferd
2003, Stute

3-jähriger Hannoveraner Dressurhengst

Cicero
Hannoveraner
2009, Hengst


» zum Pferdemarkt

Werden Sie Fan auf Facebook!

Die «PferdeWoche» auf Facebook mit speziellen News und Attraktionen.

» Jetzt Fan werden

Mittwochs in Ihrem Briefkasten

Sie haben noch kein Abonnement der PferdeWoche?

» Abonnement bestellen



Kontakt

Verlag Equi-Media AG
Brunnenstr. 7 | CH-8604 Volketswil
info[at]pferdewoche.ch

Verlag

Tel. +41 44 908 45 45 | Fax. +41 44 908 45 40
verlag[at]pferdewoche.ch

Redaktion

Tel. +41 44 908 31 31 | Fax. +41 44 908 31 30
redaktion[at]pferdewoche.ch

Anzeigen

Tel. +41 44 908 45 46 | Fax. +41 44 908 45 40
inserate[at]pferdewoche.ch