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Hans Günter Winkler. Foto: Stefan Lafrentz
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Hans Günter Winkler lebt nicht mehr

09.07.2018 09:15
von  Pressedienst //

Der deutsche Springreiter Hans günter Winkler – kurz HGW – verstarb am Montag im Alter von 91 Jahren.

Fünf olympische Goldmedaillen, sieben olympische Medaillen insgesamt, zwei Weltmeistertitel und 105 Nationenpreiseinsätze – keine Frage: Der Deutsche Hans Günter Winkler war eine einzigartige Persönlichkeit im Springsport und weit darüber hinaus. Er machte den Leuten Mut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war da plötzlich wieder jemand, dem man zujubelte – und zwar in der ganzen Welt. "Es war immer eine Ehre für mich, für Deutschland an den Start zu gehen", betonte er stets.

Am 24. Juli 1926 wurde Hans Günter Winkler in Wuppertal geboren. 1938 siedelte Familie Winkler nach Frankfurt am Main um, der Vater übernahm die Leitung eines Reitstalls. Der zweite Weltkrieg kam. Winkler wurde Flakhelfer, sein Vater fiel, die Mutter wurde ausgebombt. Nach dem Krieg hatte Winkler nichts. Aber er wusste, was er wollte: "... der erfolgreichste Springreiter der Welt werden." Und: "Ich wollte nie wieder arm sein." Winkler ritt, gab Unterricht und machte eine Ausbildung zum Bankkaufmann. 1950 holte ihn Dr. Gustav Rau, der damalige Chef des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei nach Warendorf. Dort traf Hans Günter Winkler auf Wunderstute Halla, die er als "eine Mischung aus Genie und irrer Ziege" beschrieb.

Mit Halla erreichte Winkler sportliche Unsterblichkeit: Bei den Olympischen Spielen 1956 in Stockholm erlitt Winkler im ersten Umlauf des Nationenpreises einen Muskelriss in der Leiste. Aber er ritt weiter und sicherte Deutschland den einzigen Nullfehlerritt des Tages: Gold für die Mannschaft und Einzelgold für Halla und Winkler: "Das Wunder von Stockholm". Halla und Winkler wurden Deutsche Meister, Derbysieger, Weltmeister und erneut Olympiasieger. Mit sieben weiteren Pferden sammelte er ebenfalls Championatserfolge: bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.

Am 13. Juli 1986 ritt er seine letzte Ehrenrunde in Aachen und verabschiedete sich nach rund 35 Jahren aus dem aktiven Sport. HGW übernahm gemeinsam mit Herbert Meyer das Amt des Bundestrainers, war Equipechef bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988.

1991 gründete er im Alter von 65 Jahren eine neue Firma: HGW-Marketing. Er veranstaltete Turniere, warb Sponsoren und war als Berater in der Wirtschaft tätig. Fast nebenher führte der Vater von zwei Kindern zudem mit seiner vierten Frau, der 2011 tödlich verunglückten Amerikanerin Debby, einen Turnierstall in Warendorf.

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