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Olympiasieger 2021: Ben Maher (GBR) auf Explosion W. Foto: Dirk Caremans
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Olympiagold für Ben Maher – Schweizer ohne Medaillen

04.08.2021 13:36
von  Sascha P. Dubach und Florian Brauchli //

Ben Maher ist Einzelolympiasieger bei den Springreitern. Der Brite gewann in Tokio (JPN) mit Explosion W die Goldmedaille vor Peder Fredricson (SWE) mit All In und Maikel van der Vleuten (NED) auf Beauville Z. Martin Fuchs verzeichnete im Sattel von Clooney zwei Abwürfe, Beat Mändli gab nach drei Vorkommnissen auf. Es war kein Schweizer Tag – der Fokus ist nun auf die Teamwertung gerichtet.

Die beiden Schweizer hatten das Glück nicht auf ihrer Seite. Beat Mändli und Dsarie gaben nach zwei Abwürfen und einem Malheur am Wasser auf. «Der Parcours war technisch anspruchsvoll. Santiago Varela hat alles von uns abgefragt, was man kann – ein richtiger Olympiafinalkurs eben. Dsarie war vielleicht etwas zu vorsichtig unterwegs und ich musste mehr Druck geben, das goutiert sie nicht», so der Teamälteste, der vor 21 Jahren in Sydney Teamsilber gewann.

 

Beat Mändli mit Dsarie.

Martin Fuchs und Clooney waren sicher auf dem Weg ins Stechen, doch der Neo-Thurgauer korrigierte vor dem zweitletzten Hindernis zu viel und die Stang fiel. Am Schlusssprung kam ein Folgefehler hinzu. Aus der Traum von der Einzelmedaille! Er analysierte sachlich, doch die grosse Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschriebne. «Bis zum zweitletzten Sprung war es eine tolle Runde, sehr harmonisch und ich dachte, es gäbe sicher eine Nullrunde. Ich habe Clooney an den zwei letzten Sprüngen etwas im Stich gelassen», so Fuchs, der sich auf dem enttäuschenden 16. Schlussrang klassierte.

Martin Fuchs und Clooney

Steve Guerdat, der dritte im Bunde, konnte sich mit einem Abwurf in der Einzelqualifikation nicht für den Final qualifizieren.

«Nun nehmen wir den angekündigten Wechsel für die Teamwertung vor, indem Bryan Balsiger mit Twentytwo des Biches Beat Mändli ersetzen wird», meinte Equipenchef Michel Sorg. «Der Teamspirit ist gross, die Truppe stark nicht nur auf dem Pferd. Ich habe keine Zweifel, dass sie sich wieder voll auf die nächste Medaillenmöglichkeit fokussieren können.»

Spannendes Stechen

Sechs Paare qualifizierten sich im 165 Zentimeter hohen Olympiaparcours für das Stechen, darunter gleich drei Schweden. Der überraschende Japaner Daisuke Fukushima blieb mit Chanyon erneut makellos in 43.76 Sekunden. Er wurde aber gleich von Malin Baryard-Johnsson (SWE) auf Indiana an der Spitze abgelöst (40.76). Ihr Landsmann Peder Fredricson auf All In zeigte dann eine sehr schnelle Runde in 38.02 Sekunden und übernahm die Führung. Doch auch er musste sich gleich wieder geschlagen geben, denn Topfavorit Ben Maher war mit Explosion noch einen Zacken schneller. Der Brite beendete das Stechen nach 37.85 Sekunden.

Henrik von Eckermann (SWE) auf den in Schweizer Besitz stehenden King Edward schafften diese Marke nicht und reihten sich hinter Fredricson auf Rang drei ein. Auch Schlussreiter Maikel van der Vleuten (NED) blieb gegen Mahers Zeit chancenlos, sicherte sich aber auf Beauville die Bronzemedaille und verdrängte so Von Eckermann noch vom Podest. 

«Ich hatte viel Druck die vergangenen Wochen», meinte der neue Olympiasieger Ben Maher, für den es die vierten Olympischen Spiele sind. «Ich darf auf einem der besten Pferde der Welt reiten, dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich auf jeden Moment der nun kommt und werde es geniessen.»

Silbermedaillengewinner Fredricson war mit All In schon in Rio 2016 auf dieser Position auf dem Treppchen. «Ich wollte so schnell wie möglich reiten, doch leider ging es nicht auf. Aber ich bin trotzdem glücklich über die Medaille.»

Bronze ging an den Niederländer Maikle van der Vleuten, der bis jetzt noch nie eine Einzelmedaille an einem Championat gewann. «Wenn ich die beiden Pferde auf Platz eins und zwei sehe – Explosion und All In – dann fühlt sich meine Bronzemedaille wie eine goldene an».

Morgen Donnerstag ist im Equestrian Park Ruhetag. Equipenchef Michel Sorg möchte seine Schützlinge mental wieder aufbauen, dafür hat er ein paar Ideen, die er aber nicht verraten wollte. 

Am Freitag beginnt ab 12 Uhr (Schweizer Zeit) die Qualifikation für den Teamfinal. 20 Nationen starten, nur 10 kommen in den Final, der wiederum bei null beginnt und am Samstag (ab 12 Uhr) zur Austragung gelangt.

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