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Am Anfang war alles noch in Ordnung: Jet Set unter Robin Godel. Foto: Dirk Caremans
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Nachrichten

OS Tokio CC: Jet Set musste leider euthanasiert werden

01.08.2021 07:22
von  Sascha P. Dubach //

Frühmorgens in Tokio fand das Cross der Vielseitigkeitsreiter an den Olympischen Spielen statt. Dieses ist für das Schweizer Team leider äusserst tragisch verlaufen.

Der 14-jährige Jet Set unter Schlussreiter Robin Godel hielt kurz nach dem Hindernis Nr. 20 (von 23) an. Der in Spanien gezogene Wallach konnte auf einem Bein nicht mehr richtig auffussen und humpelte. Jet Set wurde sofort vor Ort erstversorgt und unmittelbar danach in die Klinik gebracht, wo er von Equipenchef und Veterinär Dominik Burger sowie weiteren Tierärzten untersucht wurde. «Wir haben dabei einen Bänderriss in der Fesselbeuge vorne rechts diagnostiziert», berichtet Burger.

Das Team entschied gemeinsam mit dem Besitzer und Reiter den Wallach aufgrund des Schweregrades der Verletzung sowie dem Vierbeiner zu liebe, ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. «Dem Reiter kann man keinen Vorwurf machen, so etwas kann schnell passieren», so Burger. «Es ist einfach nur Pech und äusserst tragisch.» 

Mit der sofort zur Stelle gewesenen Pferde-Ambulanz wurde Jet Set in die Vor-Ort-Klinik gebracht. Foto: © www.st-georg.de

Robin Godel wollte verständlicherweise vor Ort nichts sagen. Auf Instagram nimmt er jedoch in einer persönlichen Message Stellung: «Schweren Herzens bedauere ich den viel zu schnellen Abgang meines geliebten Jet-Sets. Jet war ein hervorragendes Pferd, das wieder einmal ein grossartiges Cross absolvierte. Er ging dem nach, was er am liebsten tat: galoppieren und über die Hindernisse fliegen. Ich danke allen für die Unterstützung, ich bin tief berührt.» Er bittet zudem um Verständnis, dass er in den nächsten Tagen nicht auf den Sozialen Medien zu erreichen ist.

Die «PferdeWoche» entbietet dem Reiter, dem Besitzer und dem ganzen Team ihr Mitgefühl. 

 

Licht und Schatten

Der tragische Verlust von Jet Set im Besitz von Hans-Jakob Fünfschilling und Olivia Sellar überschattet natürlich alles in der Schweizer Equipe. Doch darf man die Resultate der beiden weiteren Reiter, die ihr Programm ohne schwere Vorkommnisse absolvierten, nicht unerwähnt lassen.

Startreiter Felix Vogg löste mit Colero bei einem Hindernis das Sicherheitselement aus und die Stange «fiel», was für ihn leider elf Strafpunkte bedeute. Vom Tempo her war er gut unterwegs. Er musste sich nur 0.8 Punkte für Zeitüberschreitung notieren lassen. 

Vogg hatte eine frühe Startnummer und nahm seinen Ritt um 7.55 Uhr Ortszeit in Angriff. Zu einer Zeit, wo die klimatischen Bedingungen noch vernünftig waren. Alle später startenden Reiter hatten mit den zunehmenden Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit so ihre Mühe.

Ganz ohne Probleme verlief der Ritt von Mélody Johner und Toubleu de Rueire. Sie musste sich lediglich 0.4 Strafpunkte für Zeitüberschreitung notieren lassen. Sie war denn auch nach ihrem Ritt überglücklich: «Toubleu hat das super gemacht, ich bin einfach nur happy. Die äusseren Bedingungen waren schon anspruchsvoll. Selbst ich hatte nach etwa zwei Drittel der Strecke Probleme mit der ‘schweren Luft’.» 

In der Einzelwertung ist Felix Vogg vom achten auf den 21. Rang zurückgefallen. Mélody Johner machte einen Sprung nach vorne. Sie liegt nun an 19. Stelle. Das Team ist mit den 200 Strafpunkten für den Ausfall von Jet Set noch an zehnter Stelle gelistet. Die Teamleitung hat entschieden, für das abschliessende Springen die Ersatzreiterin Eveline Bodenmüller mit Violine de la Brasserie einzusetzen.

An der Spitze gab es einen prominenten Wechsel. Der deutsche Michael Jung hatte im Sattel von Chipmunk ebenfalls einen «Abwurf» zu beklagen, was ihn auf den zehnten Zwischenrang zurück warf. In Führung liegt nun der Brite Oliver Townend mit Ballaghmor Class (23.60) vor der Deutschen Julia Krajewski mit Amande de B’Neville (25.60) und Laura Collett (GBR) auf London (25.80). 

In der Teamwertung führt Grossbritannien (78.30) vor Australien (96.20) und Frankreich (97.10).

 

Ausführliche Informationen in der «PferdeWoche» vom Mittwoch, 4. August.

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