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WEG 2010 mit Verlust

von  Sascha P. Dubach //

Die Weltreiterspiele 2010 in Lexington, Kentucky (USA) endeten trotz Last-Minute-Finanzspritze von Pearse Lyons (CEO des Hauptsponsors Alltech) und FEI-Präsidentin Prinzessin Haya mit einem Verlust.

Lexington wurde bereits im Vorfeld als die ersten WEG (World Equestrian Games) angepriesen, die einen Gewinn schreiben werden. Das Gegenteil ist nun der Fall, wie der Lexington Herald Leader schreibt. Da es sich bei den Spielen um eine private Non-Profit-Stiftung handelt, sind keine detaillierten Zahlen vorhanden. In der Steuererklärung 2010 steht jedoch ein Verlust von exakt 1386625 US-Dollar, bei fast 70 Millionen Umsatz. Stiftungsrats­präsident John Long bestätigte nun auch, was hinter vorgehaltener Hand bereits während der Spiele gemunkelt wurde, näm-lich das Pearse Lyons eine zusätzliche Finanzspritze von drei Millionen Dollar quasi in letzter Minute tätigte. Der CEO des Hauptsponsors Alltech, welche bereits zehn Millionen Dollar als Titelsponsor bezahlte, wollte sich dazu nicht äussern. «Er sei weiterhin der Auffassung, das WEG-Sponsoring sei die beste unternehmerische Entscheidung, die er je gefällt habe», so seine Pressesprecherin Susanna Elliot.

Alltech-Chef Pearse Lyons.

«Lyons Bareinlage kam ein paar Monate vor den Spielen und war eine grosse Hilfe», so Long. Aber die Hilfe von Prinzessin Haya Bint Al-Hussein, der Präsidentin des Dachverbandes FEI, kam offenbar noch viel mehr «Last-Minute». In den Tagen vor der Eröffnung, als die Lastwagen die Zelte auf das Gelände des Kentucky Horse Parks fuhren, sah sich die Stiftung in einem Liquiditäts-Engpass. Die Lösung damals: Ein Darlehen über zwei Millionen Dollar von «Darley-Stud», dem Vollblutzucht- und Rennbetrieb von Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, dem Gatten von Prinzessin Haya und Herrscher von Dubai. Eine Million des Darlehens wurden bisher zurückbezahlt. Noch ist aber nicht klar, was mit dem Rest der Schulden passiert. «Wir diskutieren nun, wie wir die eine Million Dollar Schuld an Darley begleichen können», sagte John Long.
Die Steuererklärung gab weitere finanzielle Details bekannt. So bezahlte die Stiftung der Stadt Lexington 50000 Dollar Host-City-Gebühren und 23000 $ für die Abfallentsorgung. Zudem seien Kosten von 214244 $ für Überstunden der Feuerwehren und 75415 $ derjenigen der Polizei rund um den Kentucky Horse Park eingegangen. Die Stiftung kaufte vor Jahren ein Bild des US-Malers LeRoy Neiman für 240000 $; Pearse Lyons erstand dieses dann vier Tage vor Eröffnung der Spiele für 94340 $. Des Weiteren kaufte die «Royal Bank of Canada» einige WEG-Souvenirs; für 47170 $ welchselte das Springreit-Hindernismaterial in ihren Besitz. Nach den Spielen wurde alles liquidiert. So wurden insgesamt TV-Geräte im Wert von 28480 $ verkauft.
Die nächsten WEG finden 2014 in der Normandie statt. Das Finanzierungskonzept dort ist jedoch anders. Die Organisatoren haben Garantien der Landesregierung und können auf bestehende Infrastrukturen, beispielsweise in Caen oder dem Haras du Pin, zurückgreifen.

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