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Max E. Ammann
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Standpunkt

Dreifachsieg in Helsinkis neuer Halle

11.11.2014 11:24
von  Max E. Ammann //

Beim kürzlichen CSW-W in Helsinki belegten die Schweizer Steve Guerdat, Martin Fuchs und Pius Schwizer in dieser Reihenfolge die ersten drei Plätze im 40-Reiter-Feld. Das hatten die Schweizer Springreiter in den 36 Jahren Weltcupgeschichte noch nie geschafft. Aber Dreifachsiege in der Westeuropa-Liga gab es einige, vor allem durch deutsche und britische Reiter.

Einmal, im Februar 1997, gab es sogar einen britischen Vierfachsieg. Es geschah im neuen Palasport im Bologna (dem Vorgänger des heutigen italienischen Weltcup­turniers in Verona). Es siegte John Whitaker mit Granusch vor seinem Bruder Michael, Geoff Billington mit den Erfolgspferd It’s Otto sowie Robert Smith.
Der Schweizer Triumph im Weltcupspringen, zu dem der Sieg von Martin Fuchs im Grand Prix kam, fand in Helsinki vor neuer Kulisse statt. Nach zwölf Austragungen in den Messehallen von Pasila und 17 Jahren in der 1997 erbauten Hartwall- Arena (Heim des Eishockeyclubs Jokerit) fand die 30. Austragung in der 20 Jahre älteren Hockey-Arena Jäähalli statt (Heim des Eishockeyclubs HIFK).
Der Umzug wurde beschlossen, nach dem die Hartwall-Arena von den Erbauern und Co-Besitzern, Harry Harkimo und Henrik de la Chapelle, an russische Investoren ve­r­kauft worden war, mit denen die CSI-W Organisatoren um Tom Gordin keine langfristige Einigung über eine weitere Nutzung erzielen konnten.
Die Jäähalli-Arena ist kleiner – nur 8200 Zuschauersitze gegenüber 13500 für die Hartwall- Arena. Aber, auch dank steileren Zuschauerblöcken, intimer. Noch wichtiger war, dass der CSI-W Helsinki endlich einen angemessenen Abreitplatz hatte: unter dem gleichen Dach, mit Zugang und Sitzplätzen für interessierte Zuschauer. In der Hartwall- Arena war der Abreitplatz im Freien, alljährlich erstellt auf einer schiefen Ebene, bei der an der einen Ecke drei Zentimeter Sand be­nötigt wurden, an der gegenüberliegenden Ecke zwei Meter.
Einzig der VIP-Bereich, in der Hartwall-Arena äusserst grosszügig, litt unter den engeren Verhältnissen der Jäähalli. Als man im Vorfeld des Turniers erkannte, dass rund 400 VIP-Gäste zu erwarten waren, war kein Platz für Tische zum Sitzen, stattdessen verpflegte man sich an Stehtischchen.

Vierter Schweizer Sieg

Der Sieg von Steve Guerdat mit Nino des Buissonnets 2014 war der vierte Schweizer Sieg in den 28 bisher ausgetragenen Weltcupspringen von Helsinki. Allerdings dauerte es 20 Jahre, bis 2006 mit Beat Mändli auf Ideo du Thot endlich ein Schweizer gewann, drei Jahre später siegte Daniel Etter mit Peu à Peu, dann 2011 Pius Schwizer auf Carlina.
Der Letztere hatte, wie auch Daniel Etter, die Woche zuvor bereits in Oslo gewonnen, dem jeweils ersten Springen der Westeuropa Liga des Weltcups. Dieses Jahr war Steve Guerdat in Oslo immerhin Dritter geworden, wodurch er mit 35 Punkten die Führung im Punkteklassement des Weltcups übernahm – mit beinahe genügend Punkten für eine Finalqualifikation.
In den 20 Jahren vor dieser Schweizer Erfolgsserie hatten in den Weltcup­springen von Helsinki die Niederländer geglänzt: Je dreimal gewannen Wout-Jan van der Schans und Jos Lansink, zweimal Eric van der Vleuten und je einmal Rob Ehrens und Piet Raymakers; zehn Siege in 20 Jahren. Interessant bei diesen Namen ist, wie sie sich lange halten: Wout-Jan van der Schans, selbst der Sohn eines Olympiareiters von 1972, reitet mit 53 Jahren noch immer international. Jos Lansink startet seit 2001 für Belgien: Eric van der Vleuten und Piet Raymakers haben international reitende Söhne: Maikel und Piet Junior und Rob Ehrens ist Equipenchef der niederländischen Nationenpreisequipe.
Zu erwähnen noch, dass Helsinki 1998 den 20. Weltcupfinal ausrichtete, wo Rodrigo Pessoa und Baloubet du Rouet ihre beispielslose Weltcupfinal-Erfolgsserie begannen: Drei Siege, zwei zweite Plätze und ein dritter Platz – alles in sechs Jahren, 1998 bis 2003.
1991 gewann Mark Todd mit Double Take das Weltcupspringen von Helsinki – der Neuseeländer, der mit Charisma zweimal Military- Olympiasieger geworden war!

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 45/2014)

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