Einschneidend wird die Aufhebung der Equidenforschung durch Agroscope für die Zukunft des Schweizer Nationalgestüts in Avenches sein. Für das Institut Equestre National d’Avenches (IENA) hingegen dürfte sie nach dem Tod des Gründers Jean‑Pierre Kratzer einen richtungsweisenden Neuanfang markieren. Im kommenden Herbst soll ein neuer Businessplan vorliegen, zudem plant Swiss Equestrian bereits Europa‑ und Weltmeisterschaften.
Die denkmalgeschützten Bauten in Avenches tragen noch immer das Label «Schweizer Nationalgestüt». Die Anforderungen, die ein Landwirtschaftsbetrieb mit Stuterei, dem eigentlichen Inbegriff eines Gestüts, zu erbringen hätte, kann der eindrückliche Komplex freilich schon lange nicht mehr erfüllen. Zum Glück sind keine Stuten mehr in den Hauptstallungen untergebracht, denn seit der vor 30 Jahren erfolgten Restrukturierung blieb für das Nationalgestüt von den einst 150 Hektar Kulturland nicht ein Schuh Land übrig. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) als Besitzer schanzte damals alles Land dem im Aufbau befindlichen Institut Equestre National d’Avenches zu und liess dadurch erkennen, dass der Pferdezucht respektive den Pferden in der Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts keine grosse Bedeutung mehr geschenkt wird. «Der Status des Pferdes verändert sich definitiv», schildert Stéphane Montavon die Entwicklungen in der Pferdeszene und erklärt es mit der Feststellung: «Das Pferd soll relativ kurzfristig nicht mehr Teil des Landwirtschaftskonzepts des Bundes sein. In der Vision ‘Landwirtschaft 2030+’ findet sich kein Wort, keine Zeile über das Pferd.» Montavon ist Vizepräsident von EquiScope, der Plattform der Schweizer Pferdebranche.
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(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 31/2026)

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