Fotos und Videos sind aus dem gesamten Pferdesektor nicht mehr wegzudenken: Sie dokumentieren Trainingsverläufe, begleiten Verkäufe, stützen Zuchtentscheidungen. Mit den enormen Fortschritten in Bildbearbeitung und Künstlicher Intelligenz nehmen aber auch Täuschungen zu. Sogenannte Deepfakes sind künstlich erzeugte oder umfassend modifizierte Inhalte. Woran lässt sich eine Manipulation erkennen? Wer trägt die Verantwortung, wenn KI-gestützte Lügen über Gesundheit, Leistung oder Abstammung eines Pferdes zu Schäden führen? Und wo verläuft die Grenze zwischen legitimer Technik und Irreführung?
Material, das wie ein seriöses Verkaufsvideo wirkt oder einen beeindruckenden Trainingssprung zeigt, kann bis ins Detail choreographiert oder nachträglich verfälscht sein. In Verkaufsprozessen lassen sich Lahmheiten kaschieren, Leistungsdaten beschönigen oder Dokumente digital «glätten». Auch DNA-Nachweise, Ganganalysen und gesundheitsbezogene Befunde sind nicht immun gegen Manipulation – mit potenziell gravierenden Auswirkungen für Käufer, Halter und Züchter. In sozialen Medien geht die Entwicklung noch weiter: Statt kleiner Tricks werden komplette Sequenzen konstruiert, um Fortschritte vorzutäuschen, das eigene Profil zu polieren und Reichweiten zu steigern. Bilder und Videos haben Gewicht – aber sie sind nicht automatisch verlässliche Abbilder der Realität. Wer Pferde kauft, hält, trainiert, züchtet oder Verantwortung in Betrieben trägt, braucht einen geübten, kritischen Blick. Deepfakes eröffnen zwar faszinierende Möglichkeiten der Darstellung, bergen im Pferdebereich jedoch besondere Risiken. Dort dienen audiovisuelle Inhalte häufig als Beweis für Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Ausbildungsstand. Wird dieses Fundament unterlaufen, leidet das Vertrauen – und Fehlentscheidungen werden wahrscheinlicher. Umso wichtiger ist es, digitale Materialien systematisch zu prüfen, bevor darauf basierende Entscheidungen getroffen werden.
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(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 08/2026)

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