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Cassandra Sapper führt die Hufrehestation der Pferdeklinik NPZ in Bern.
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«Eine heimtückische Zivilisationskrankheit»

18.06.2024 14:19
von  Karin Rohrer //

Die Hufrehe (Laminitis) ist eine, für das Pferd äusserst schmerzhafte Entzündung in den Hufen. Verschiedene Ursachen können einen Hufreheschub auslösen und je eher die Symptome erkannt werden, umso rascher kann eine Behandlung angesetzt werden. Die «PferdeWoche» hat sich mit Tierärztin Cassandra Sapper unterhalten, welche die Hufrehestation der Pferdeklinik im NPZ Bern leitet.

Was genau ist eine Hufrehe und in welcher Form tritt sie auf?
Die Hufrehe ist eine Entzündung der Huflederhaut, welche die Hornkapsel mit dem Hufbein verbindet. Ist die Huflederhaut entzündet, kommt es zu einer Störung der Blutzirkulation, zum Anschwellen und zur Schädigung der Lederhaut. Als Folge kann das Hufbein rotieren und absinken. Eine Hufrehe ist für das Pferd äusserst schmerzhaft und ein absoluter Notfall, der tierärztlich untersucht und behandelt werden muss.

Wie äussern sich die Symptome einer Hufrehe?
Das wichtigste Symptom ist die Lahmheit. Das Pferd zeigt einen für Hufrehe sehr typischen Gang, bei dem es die Trachten mehr belastet und das Auffussen auf die Zehenspitze vermeidet. Zudem zeigen die Pferde meist deutlichen Wendeschmerz oder wollen sich erst gar nicht bewegen. Mit der Zangenprobe kann praktisch immer Schmerz im Bereich der Zehenspitze ausgelöst werden. Meist sind die Vorderbeine betroffen, die Hufe fühlen sich warm an und die Pulsation am Fesselkopf ist verstärkt spürbar. Das Pferd nimmt eine Entlastungshaltung ein, bei welcher es die Vorderbeine nach vorne stellt und versucht, die Hinterbeine unter den Körperschwerpunkt zu schieben. Selten kommt eine Hufrehe nur an einem Bein vor, dabei handelt es sich meist um eine sogenannte Belastungsrehe. In seltenen Fällen kann das Pferd festliegen, wenn zu lange gewartet wurde oder es nicht auf die Therapie anspricht. Zudem kann es wie gesagt zu einer Rotation und oder Absenkung des Hufbeins kommen, dafür sind Röntgenbilder unglaublich wichtig, zuerst zur Statusbestimmung und dann, um die Entwicklung zu beobachten.

 

Mit was kann Hufrehe verwechselt werden und wer ist am häufigsten betroffen?
Generell mit Lahmheiten aller Art, allen voran mit Erkrankungen im Huf wie zum Beispiel Hufabszesse und Sohlenquetschungen. Aber auch neurologische Erkrankungen, Koliken oder Muskelerkrankungen können ähnlich aussehen. In der Regel sind Ponys und Kleinpferde häufiger betroffen, aber grundsätzlich kann jedes Pferd erkranken. Dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS), welches häufig mit einer Hufrehe vergesellschaftet ist, könnten auch genetische Komponenten zugrunde liegen, aber das ist noch in der Forschung.

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 24/2024)

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