Am 30. August 2010 veranstaltete der Pferdesportverband Hessen in Zusammenarbeit mit dem Amt für den Ländlichen Raum ein Dressurseminar auf dem Hofgut Neuhof im deutschen Dreieich-Götzenhain unter dem Titel «Von der Weide bis zum Grand Prix», in dessen Mittelpunkt die Entwicklung des reiterlichen Gefühls als Grundlage jedes harmonischen Reitens stand.
Referent war Hausherr Conrad Schumacher, dessen Schüler zu den erfolgreichsten Reitern Deutschlands und der Niederlande im Jugend- und Senioren-Bereich bis hin zu Olympischen Spielen zählten,
so Ellen Bontje, Sven Rothenberger, Gonnelien Rothenberger-Gordijn oder auch Sebastian Heinmann und Anja Plönzke. Zudem war Conrad Schumacher Senioren-Bundestrainer in Grossbritannien und Jugend-Bundestrainer in den USA. Heute widmet sich der ehemalige Schüler von Josef Neckermann
vor allem der Fortbildung von Trainern in den USA, Grossbritannien und Schweden. Die Reitanlage von Hofgut Neuhof, zu dem ein Gastronomie-Betrieb von internationalem Ruf und ein ebensolcher Golf-Club gehören, hat er seit vielen Jahren an Ellen Bontje verpachtet, die mit ihren Reitschülern mustergültig veranschaulichte, wovon Conrad Schumacher während des dreistündigen Seminars sprach.
Hausherr und Referent Conrad Schumacher.
Hinzukamen Reiter mit mehr oder weniger enger Beziehung zum Hofgut Neuhof, wie die deutschstämmige Kanadierin Evi Strasser, die sich bei Ellen Bontje auf die Weltreiterspiele in Kentucky vorbereitet, der hessische Dressurausbilder Thomas Wagner, Ina Leuser, die ihre Berufsausbildung auf dem Neuhof absolvierte, Nadine und Nicola Krause, die Töchter von Stephanie Krause, der zum deutschen WEG-Aufgebot zählende Matthias Rath, der als krönenden Abschluss mit seinem Weltcup-Finalisten Triviant den Grand Prix Special vorritt, wie es harmonischer in Sitz, Hilfengebung und Zusammenspiel mit dem Pferd kaum hätte sein können. Doch damit ein Reiter soweit kommen kann, steht erst einmal die Sitzschulung am Anfang.
Freihändige Sitzübungen
So begannen auch die Demonstrationen mit den Sitzübungen an der Longe. «Ein Reiter muss in der Lage sein, unabhängig und ausbalanciert zu sitzen und dabei auf dem Pferd im Trab und im Galopp mit den Armen gymnastische Übungen zu machen, ohne früher oder später an den Sattel greifen zu müssen, weil er oder sie das Gefühl bekommt, nach einer Seite wegzurutschen», so Conrad Schumacher. Wieviel Zeit ein Reiter an der Longe mit Sitzübungen verbringen soll, das richte sich nach dem Talent und den Fortschritten des Reitschülers. «Am Anfang wird es natürlich mehr sein, später wird einmal pro Woche genügen. Bei uns läuft dies auf jeden Fall parallel zum eigentlichen Reitunterricht.»
Die Frage des richtigen Reitlehrers
Doch für viele Eltern steht gerade beim ersten Kontakt ihrer Kinder mit dem Pferd oder auch später bei einem anstehenden Wechsel des Reitlehrers oder Trainers die Frage an, wie erkenne ich einen geeigneten Reitlehrer, der Wert auf die Förderung des Reitergefühls und einer harmonischen Reitweise legt? «Eine sehr interessante und schwierig zu beantwortende Frage», so Schumacher. «die Eltern und/ oder der potentielle Reitschüler sollten sich die Reitschule oder den Ausbildungsstall auf jeden Fall erst einmal mit Ruhe anschauen, Reitunterricht und Trainingsstunden beobachten, bevor sie sich für einen Betrieb entscheiden. Eine kurze Stippvisite reicht meistens zur Beurteilung nicht aus.» Wichtig ist ebenso, dass die Chemie zwischen Reitlehrer und Reitschüler stimmt und dass der Lehrer seinen Schüler mental gesund hält. Wenn der Schüler Angst vor dem Reitlehrer hat, kann er sich auf die Gefühlswelt nicht mehr einstellen. Diese Grundlagen muss man klar sehen.»
Conrad Schumacher ist ein engagierter Repräsentant und Vertreter der klassischen Reitkunst im besten Sinne und der deutschen Ausbildungsskala. Die harmonische Zusammenarbeit zwischen Reiter und Pferd steht für ihn an oberster Stelle. Rollkur oder eine harte Hilfengebung lehnt er entschieden ab. «Rollkur gibt es bei mir nicht. Ich sehe keinen Sinn darin. Sie widerspricht meiner Auffassung vom Training eines Pferdes.»
Nadine Krause auf Going East.
Galopp-Einteilung
Um das Pferd zum lockeren, ausbalancierten, rhythmischen Gehen zu bewegen, nutzt er gerne die Cavalletti–Arbeit sowohl im Trab als auch im Galopp. Besonders nützlich ist das Galoppieren über vier einzelne Stangen, die auf die Erde an den vier Zirkelpunkten in genau gleichen Abständen zueinander gelegt werden. «Der Reiter lernt, seine Galoppsprünge exakt auf den Punkt einzuteilen, das ist später zum Beispiel bei den fliegenden Galoppwechseln sehr hilfreich. Der Reiter muss über die Stangen galoppieren können, ohne dass das Pferd seinen Rhythmus verliert.» Conrad Schumacher ist zugleich ein Verfechter der vielseitigen Ausbildung von Reitern und Pferden, eine wie heute meist übliche frühe Spezialisierung lehnt er ab, so lässt er die Cavalletti auch gerne zu kleinen Sprüngen aufbauen, über die die Pferde ebenfalls ohne davonzustürmen im gleichmässigen Rhythmus galoppieren sollen.
Grundlage allen korrekten, gefühlvollen Reitens ist der Balancesitz, aus dem der Reiter in der Lage ist, die richtigen Hilfen im richtigen Moment in der richtigen Stärke zu geben, das heisst beid- oder einseitige Gewichts- und Schenkelhilfen zu geben und feinfühlig mit den Händen einzuwirken beziehungsweise nachzugeben, wie dies im einzelnen geschult wird, darauf wird im Weiteren noch genauer eingegangen werden, doch eine weitere wichtige Grundlage für ein gutes Reiten ist die Psyche des Reiters und natürlich
auch des Pferdes. Conrad Schumacher ist überzeugt. «Vom mentalen Bereich her ist ganz wichtig zu verstehen, dass nur ein Reiter, der Selbstvertrauen besitzt und in der Lage ist, sich zu konzentrieren, in der Lage ist, gut zu reiten.» Dazu zähle, so der Trainer weiter, dass der Reitlehrer seinen Schüler nicht nur für Dinge kritisiert, die nicht gut waren, sondern eine grundsätzlich positive Atmosphäre schafft. Lob als ganz wichtigem Bestandteil der täglichen Arbeit, das gilt für Reiter und Pferd gleichermassen, denn «die meisten Pferde wollen ihren Reitern gefallen und sind an einem Miteinander und nicht an einem Gegeneinander interessiert», so Schumacher.
Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung
Sie stehen in dieser Reihenfolge am Anfang der Ausbildungsskala gefolgt von Geraderichten und letztendlich Versammlung. Als nächsten Punkt in seiner Arbeit und in seiner Demonstration widmete sich Conrad Schumacher der Frage, was kann man tun, um ein Pferd wirklich sauber nach vorne zu reiten. Als Beispiel diente ihm die Ellen-Bontje-Schülerin Carlotta Weil mit Rubens, der mit seiner Vorbesitzerin bereits S-Dressuren gewonnen hatte und mit seiner jungen Reiterin bereits M-Dressuren. Ein typisches Beispiel von einer noch jungen Reiterin, die von ihrem erfahrenen Pferd lernen kann – der Idealfall in der Ausbildung junger, ambitionierter Dressurreiter. «Eine wichtige Voraussetzung für das Reitergefühl ist, mit welcher Methode man den Übergang reitet», so Schumacher. «Das Wichtigste bei der Hilfengebung ist, dass das Ganze ein Prinzip haben muss: vorbereiten, durchführen, loben!»
Vorbereiten heisst, dem Pferd eine minimale Stellung zu geben, um es darauf aufmerksam zu machen, dass gleich etwas von ihm verlangt wird; Durchführung ist die Aktion an sich, also das Vorwärtsreiten oder Anhalten; Loben ist am inneren Zügel weich zu werden. Dieses Weichwerden kommt von der Schulter her. Ich bevorzuge zu meinen Schülern zu sagen, dass er oder sie leicht mit der Schulter vorgehen soll. Wenn wir sagen, sie sollen mit der Hand vorgehen, bedeutet dies häufig, dass sie den weichen Kontakt zum Pferdemaul aufgeben. Wenn sie nur etwas mit der Schulter vorgehen, bedeutet dies, dass sie automatisch mit der Hand weich nachgeben.» Und er fügt hinzu: «Nur wenn wir dem Pferd durch die Vorbereitung die Chance geben, uns zu verstehen, wird es uns willig folgen. Aber, manche Reiter entscheiden im Kopf, jetzt möchte ich anreiten und hauen dem Pferd die Beine an den Leib. Das Pferd steht ganz ruhig da und plötzlich ohne Vorbereitung kommt ein Kick. Da wird sich jedes Pferd fragen, was soll das eigentlich? Wir geben dem Pferd keine Chance, wenn wir denken wie ein Mensch, der einen Lichtschalter umlegt, um das Licht einzuschalten. Ein Pferd muss vorbereitet werden!»
Ina Leuser auf Salut – Conrad Schumacher erklärt.
Auf allen Ebenen
Das gut vorbereitende, dem Pferd anschliessend durch lobendes Nachgeben ein positives Gefühl vermittelnde Reiten von Übergängen ist ein grundlegendes Kriterium, das sich von der Basis- bis zur Grand Prix-Arbeit durch alle Ebenen der Reiterei und nicht nur der Dressurreiterei zieht. «Das gilt bei allem, auch wenn man später Piaffe-Passage-Übergänge reitet: vorbereiten, einstellen, innen mit der Hand weich werden – dann weiss das Pferd, es ist in einer guten Hand!»
Lektionen, die Conrad Schumacher zeigen, ob ein Reiter sein Pferd wirklich unter Kontrolle hat, sind die Schlangenlinien durch die ganze Bahn ohne Galoppwechsel oder Zehn- Meter-Volten nach beiden Seiten im Galopp bei X zwischen X und B beziehungsweise E anzulegen ohne bei X einen Galoppwechsel zu machen, sondern im Aussengalopp weiterzureiten. «Hat der Reiter sein Pferd gut unter Kontrolle, kann er dies zehn Minuten lang tun und es passiert gar nichts.» Nach dieser Übung lässt Schumacher eine Diagonale im Mittelgalopp folgen. «Wichtig ist dabei wieder mit der inneren Hand weich zu werden. Das Weichwerden im richtigen Moment, das macht den Unterschied, ob ein Reiter Gefühl besitzt oder nicht.»
Der Verstärkung im Galopp schliesst sich nun eine Verstärkung im Mitteltrab an. «Beim Mitteltrab lege ich wert darauf, dass nicht festgehalten wird. Der Reiter muss immer mit den Schultern leicht vorgehen, damit die Hand weich wird und das Pferd die Möglichkeit besitzt, sich zu dehnen und seinen Rahmen zu erweitern.» Als Erholungsphase und zur Überprüfung, ob die Arbeit sich auf dem richtigen Weg befindet, dient immer wieder das Leichttraben mit Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen. «Auch ein Pferd, das gerade noch stolz mit relativ aufgerichtetem Genick ging, muss immer in der Lage sein, diese Linie des Vorwärts-Abwärts-Dehnens einzunehmen und sich im Rücken aufzuwölben.»
Die gefühlvolle Einwirkung ist eine Seite, aber ein Reiter muss auch lernen, schwungvoll geradeaus zu reiten und nach vorne traben zu können. Eine Lektion dies zu trainieren, ist für Conrad Schumacher der Mitteltrab auf dem Zirkel. «Das ist schwierig zu reiten», so Schumacher. «denn, wenn man dabei etwas falsch macht, verlieren die Pferde sofort den Rhythmus und die Haltung.» Um zu den versammelten Übungen zu gelangen, ist es ganz wichtig, dass man das Vorwärtsreiten damit kombinieren kann, das Pferd durch halbe Paraden zu schliessen.
Traversalen elementar
Ein ganz wichtiger Bestandteil der Dressuraufgaben auf den Turnieren sind die Traversalen. «Ich lerne meinen Schülern die Traversalen gerne aus dem Schritt heraus, denn im Schritt kann ich den Reiter ganz genau beobachten. Ist der innere Bügel ausgetreten, sind die Hände in der richtigen Position, ist das rechte Bein bei der Traversale nach links, da wo es sein muss, sitzt die Reiterin auf dem linken Gesässknochen ohne sich zu verbiegen? Ich kann von ihr verlangen, dass sie das fühlt. Ich kann aber auch von ihr verlangen, dass sie das Geforderte umsetzt, denn die Bewegung im Schritt ist langsam. Auf diese Art und Weise bekommt sie ein ganz tolles Gefühl für ihre Sitzstruktur in der Traversale, und wenn das funktioniert, dann lasse ich aus dem Schritt heraus die Reiterin antraben. Das ist eine sehr einfache und zwanglose Methode für den Reiter, Traversalen zu lernen, wenn das Pferd sie bereits kann. Auch vielen jungen Pferden kann man die Traversalen gut aus dem Schritt heraus beibringen, dies ist allerdings von Pferd zu Pferd unterschiedlich.»
«Viele Pferde», so Schumacher, «haben die Neigung, in der Traversale nicht genügend vorwärts zu gehen. Sie wollen nicht energisch übertreten, weil das Übertreten in der Traversale für sie anstrengend ist und sie die Wirbelsäule biegen müssen. Diese Pferde wollen keine Traversale gehen und das führt dazu, dass die Reiter gerne mit dem äusseren, seitwärts treibenden Schenkel drücken. Um das zu vermeiden, mache ich immer folgende ‚Sitzübung’: Zu Beginn der langen Seite wird eine Volte angelegt und aus der Volte Travers an der langen Seite entwickelt. Die Vorwärts-tendenz bleibt dabei erhalten, ohne dass die Reiter mit dem äusseren Schenkel drücken. Später ziehe ich dann im Boden der Reitbahn eine Linie und sage den Reitern, sie sollen entlang dieser Linie Travers reiten beziehungsweise, wenn sie dies können, am Ende eine Traversale. Wenn die Reiter entlang der langen Seite im Travers reiten oder später entlang dieser Linie, dann lassen sie sich los. Sie haben das Gefühl, sie können einfach alles gehen lassen und dadurch werden diese Traversalen schwungvoll und geschmeidig.»
Eine gute Übung, um heisse Pferde in der Galopparbeit ruhig zu bekommen, ist für Conrad Schumacher in der Ecke bei F eine Volte von acht Metern anzulegen, diese Acht-Meter-Volte zu beenden und daraus eine Traversale bis zur Viertellinie und dann geradeaus zu reiten und dabei die Zügel aus der Hand kauen zu lassen. Anschliessend werden die Zügel wieder aufgenommen und erneut diese Lektionsfolge geritten. «Diese Kombination macht heisse Pferde ruhig», so Schumacher. «Man darf nur nicht zuviel einwirken, im Sinne von laufend das Pferd zu korrigieren. Anfangs, wenn man diese Lektionsfolge reitet, werden die Pferde von sich aus ungleichmässig in der Traversale gehen. Sie verlieren etwas die Balance. Von daher fühlt man sich als Reiter manchmal etwas komisch obendrauf, aber die Pferde entspannen sich nach einigen Wiederholungen dieser Kombination und werden locker. Die Pferde beginnen, zuzuhören auf das, was wir von ihnen wollen. So bekommt man ein heisses Pferd ruhig und an den Körper des Reiters heran. Nun kann man versuchen, das Pferd durch halbe Paraden stärker zu versammeln. Hierbei ist es besonders wichtig, im richtigen Moment einzuwirken, wenn der Galoppsprung nach oben kommt. Es ist hilfreich, dabei dem Pferd auf die Ohren zu schauen. Wenn die Ohren hoch kommen, kommt der Galoppsprung nach oben.»
Wenn das Pferd in der Lage ist, ruhig, kontrolliert und gesetzt zu galoppieren, kann mit der Entwicklung der Galopp-Pirouetten begonnen werden. Conrad Schumacher unterscheidet dabei zwei Methoden, deren Anwendung vom Können des Reiters abhängt. «Wir machen das gerne so, dass wir dem jungen oder mit dieser Lektion noch unerfahrenen Reiter am Anfang helfen. Wir stehen auf dem Standpunkt, alles muss einfach sein. Einfach im Sinne von, dass der Reiter nicht in eine Situation kommt, in der er zu hart arbeiten muss, um es zu erreichen. Wir wollen dem Reiter immer wieder helfen. Wenn das Pferd um Ellen Bontje herumgaloppiert, die mit der Touchiergerte in der Bahn steht, dann ist es für den Reiter erheblich leichter, sich auf die Kombination seiner Hilfen zu konzentrieren. Er lernt Hand, Gewicht und Hüfte miteinander zu koordinieren. Wenn es mal nicht gelingt, dann ist Ellen mit der Gerte da und hält die Bewegung in Gang, das finde ich sehr, sehr wichtig. So fangen wir mit den Pirouetten an.»
«Ebenfalls wichtig ist», so der Trainer. «Danach wieder die Entspannungsphase mit Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen. Die Zügel werden wieder aufgenommen und die Pirouette auf der anderen Hand geritten. So geht das Pferd nun völlig ohne Spannung. Leider sieht man, wenn es um Pirouetten geht, viele schlechte Bilder, die völlig unnötig sind.» Und Schumacher führt den Weg noch mehr im Detail aus. «Am Anfang ist es fast eine Volte, die immer kleiner gemacht wird. Man bringt praktisch nur die Hinterhand etwas mehr nach innen und kann immer dichter an die Person auf dem Boden heranreiten. Das Pferd wird nie mit der Gerte geschlagen, sondern nur mit ihr in Gang gehalten. Diese Methode funktioniert auch bei Pferden hundertprozentig, die noch keine Pirouetten können.» Aber, was heisst für ihn ganz ohne Spannung? «Eine gewisse Muskelan- und -abspannung muss wie bei jedem Sportler auch beim Pferd vorhanden sein, damit es eine Lektion ausführen kann. Aber, es sollte keine mentale Spannung entstehen, denn diese führt zur Verspannung.»
Tanzen als Ausgleich
Und welche Art von Ausgleichssport empfiehlt er einem Reiter? «Tanzen gehen», ist seine Überzeugung. «Wenn Sie reiten lernen wollen, gehen Sie klassisch tanzen. Reiten bedeutet nichts anderes, als dass zwei Körper miteinander zusammenkommen, um in Harmonie ihre Bewegungen aufeinander abzustimmen. Genau das lernt man beim klassischen Tanzen. Man hat Rhythmus, man hat Schwung, man hat dieses körperliche Beisammensein. Da lernt man am meisten, wenn es um Dressur geht. Und, was ist Dressur eigentlich wirklich? Sie bilden ein Pferd so aus, dass Sie ihm beibringen, mit Ihnen zu tanzen!»
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 10/2011)

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