Angetreten war das Schweizer Team an der Europameisterschaft der Dressurreiter im französischen Crozet mit der Ambition, den Abstand auf die Topnationen zu verringern, aber auch um weiter Erfahrungen zu sammeln. Das Fazit: An Erfahrungen ist man reicher; Boden gut machen konnte man mit dem elften Schlussrang (202,484) aber nicht. Gold ging mit 229,644 an Deutschland, Silber an Grossbritannien (226,785) und Bronze holte sich Dänemark (223,385).
Das Damen-Quartett um Equipenchefin Ruth Haas und Coach Oliver Oelrich ist mit viel Motivation auf der Anlage der «Jiva Hill Stables» gestartet. Nach dem Auftakt gestern von Delia Eggenberger mit Santa Maria, die 66,351 (Rang 45) erhielt und Charlotte «Tiggy» Lenherr mit Dettori (63,882, Rang 56), standen heute Jessica Neuhauser und Charlotta Rogerson im Einsatz.
Am Vormittag präsentierte Neuhauser den 14-jährigen Dänenwallach Rockson (Besitzerin: Hildegard M. Riedmaier). Es schlichen sich im grundsätzlich guten Programm hier und dort kleine Fehler ein, die nicht hätten sein müssen. Sie erhielt 67,453 (Schlussrang 42). Für die Reiterin war die EM eine Premiere: «Ich sehe es mehr als Zugabe. Ich bin stolz, was ich in dieser kurzen Zeit in diesem Jahr alles erreichen konnte. Es war nicht schlecht, es war einfach ärgerlich, dass sich diese doch teuren Fehler eingeschlichen haben.»
Den Abschluss bildete dann Charlotta «Kiki» Rogerson mit dem 13-jährigen Niederländerwallach Bonheur de la Vie, der in ihrem und dem Besitz ihres Vaters James steht. Sie begann gut, hatte ihre Stärken in den Piaffen und Passagen und in den Wechseln. Doch just in den Einerwechseln kam es zu einem teuren Fehler. Mit dem total von 68,680 und dem 33. Schlussrang zeigte sie die beste Leistung aus Schweizer Sicht, konnte sich aber nicht für den Spécial vom Freitag qualifizieren. «Ich bin mega stolz, glücklich und dankbar, dass ich Bonheur hier reiten darf. Es war sehr eng mit den Qualifikationen, um überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Das primäre Ziel war es, ihn noch besser unter diesen Bedingungen kennen zu lernen und eine sichere Runde ohne Fehler zu zeigen. Das ist leider nicht ganz geglückt», so die Reiterin.
Damit schloss die Schweizer Equipe zwar hinter ihrem Minimalziel Top Ten mit 202,484 auf dem elften Schlussrang ab. Damit verbesserte man sich zwar rangmässig gegenüber der EM 2023 (13.), jedoch mit 207,159 nicht punktemässig. Jedoch fiel die Notengebung durchs Band weg tiefer aus als in den vergangenen Jahren.
An der Spitze kam es gegenüber der EM vor zwei Jahren zu einem Wechsel. Deutschland (229,644) mit Ingrid Klimke (Vayron, 69,348), Katharina Hemmer (Denoix, 75,699), Frederic Wandres (Bluetooth, 74,721) und Isabell Werth (Wendy de Fontaine, 79,224) holten nach Silber nun die Goldmedaille. Demgegenüber musste sich der Titelverteidiger Grossbritannien (226,785) mit Silber begnügen. Am Start waren: Andrew Gould (Indigro, elim.), Becky Moody (Jagerbomb, 74,829), Carl Hester (Fame, 76,087) und Charlotte Fry (Glamourdale), die «nur» 75,869 erhielt. Bronze eroberte wie schon vor zwei Jahren Dänemark (223,385) mit Nadja Aaboe Sloth (Favour Gersdorf, 71,227), Rikke Dupont (Grand Galiano, 70,000), Andreas Helgstrand (Jovian, 71,335) und Cathrine Laudrup-Dufour (Mount St John Freestyle), die mit 80,823 auch gleich den Grand Prix für sich entschied. Zweite wurde Werth, dritter der «Newcomer» Justin Verboomen aus Belgien mit Zonik Plus und 79,084. Spannung für den Spécial am Freitag und die Kür am Sonntag ist garantiert.
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