Pferdezüchter, Mäzen, Pferdebesitzer, Förderer, Funktionär, Reiter – all das alles vereinte der 1942 geborene Rösseler. Am Montag verstarb der Pferdemann, der den Namen seines Gestüts «Lully CH» in die Welt hinaustrug.
Von 1974 bis 2020 kamen im Gestüt Lully 157 Fohlen zur Welt, davon fünf gekörte Hengste und vier Prämienzuchtstuten. Mehrere seiner Pferde nahmen an Olympischen Spielen, Welt-, Europa-, Schweizer Meisterschaften und Weltcupfinals teil. Sein erfolgreicher Hengst Gauguin de Lully ist heute noch in manchen Pedigrees zu finden.
In Schweden kauften sich Hans-Jakob Fünfschilling, Vater Hans und Bruder Urs Stuten, darunter Gasparona. «Bei dieser Stute war schon Olympiamedaillenblut drin und sie hat in meiner Zucht definitiv am meisten ‘durchgeschlagen’. Sie ist die Mutter von Gauguin de Lully, welcher unter Christine Stückelberger 1988 an den Olympischen Spielen in Seoul Mannschaftssilber und Bronze in der Einzelwertung holte», erzählte er 2020 in einem Interview mit der «PferdeWoche».
Bis zuletzt stellte er seine Pferde Reitern zur Verfügung, züchtete aber nicht mehr selbst. «Gerne helfe ich Reitern bei ihrer Entwicklung, ermögliche ihnen den Zugang zum Sport.» Zu diesen zählt auch Vielseitigkeitsreiter Robin Godel. Von «Hans‑Joggi» erhielt er das zweimalige CH‑Pferd des Jahres Grandeur de Lully in den Beritt – mit ihm nahm er an zwei Weltmeisterschaften und vier Europameisterschaften teil.
Ein ausführlicher Nachruf erscheint in der PferdeWoche vom Mittwoch, 10. Juni.
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