Teamchef Peter van der Waaij änderte in Absprache mit dem Team gegenüber der ersten Wertungsprüfung die Reihenfolge, was sich am Schluss dann als goldrichtig herausstellte. Eröffnen musste demzufolge Steve Guerdat mit Dynamix de Bélhème und er nahm seinen nachfolgenden Kollegen Druck weg, indem er eine saubere Blankorunde zeigte. Danach kam Martin Fuchs mit Conner Jei an die Reihe. Seine Runde war viel harmonischer als gestern und auch er konnte den erhofften Nuller zeigen. Nach zwei von vier Teamreitern verbesserte sich die Schweiz um zwei Ränge nach vorne und überholte Israel und Irland. Zwischenrang elf hiess aber auch, dass man (noch) nicht für die Finalrunde der Top Ten qualifiziert war.
Der Druck stieg auf Youngster Gaëtan Joliat und Chelsea Z, die als nächste den 165er-Kurs mit 16 Efforts in Angriff nahmen. Der Jurassier lieferte im Stile eines grossen Routiniers ab – dritter Nuller und gleichzeitig die Finalqualifikation, da Saudi-Arabien aus den Top Ten hinter die Schweiz fiel. Die erste grosse Hürde war geschafft. «Ich habe alles gegeben. Schon im Training hatte ich ein super Gefühl. Alle haben mich unterstützt. Es war wirklich ein unglaubliches Gefühl, das ich hoffentlich noch einmal erleben werde. Ich wusste nicht wirklich, dass ich fehlerfrei bleiben musste, damit wir in die besten Zehn kommen. Aber jetzt ist es geschafft», meinte der erst 21-Jährige freudestrahlend.
Jason Smith und Picobello van’t Roosakker konnten ihre Runde ohne Teamdruck in Angriff nehmen. Bereits beim ersten Hindernis fiel eine Stange, hinzu kamen noch Zeitstrafpunkte. «Diese habe ich bewusst in Kauf genommen. Ich habe die Einzelwertung für mich schon abgeschrieben und fokussierte mich auf das Team. Die Vorgabe war, dem Pferd Vertrauen zu geben für die Finalrunde. Natürlich ärgert mich der Fehler am ersten Sprung trotzdem», so Smith, der für die morgige Entscheidung ein gutes Gefühl hat.
In der Teamwertung blieb es an der Spitze unverändert. Deutschland führt nach wie vor mit 3.48 Punkten. Zweite sind die USA (4.85) gefolgt von Belgien (7.69). Die Schweiz liegt mit 10.49 Punkten neu an achter Stelle und ist somit im Final am Freitagabend mit dabei und liegt aktuell sogar auf Olympiakurs. Der Abstand auf das Podest liegt bei nur 2.8 Punkten und damit weniger als ein Springfehler.
In der Einzelwertung führt nun der Brite Scott Brash mit Hello Mango und 0.80 Punkten, da der Franzose Julien Epaillard zwei Abwürfe in Kauf nehmen musste. Zweite ist Sophie Hinners (GER, 0.84) und auf dem dritten Platz liegt nun Steve Guerdat mit 0.86, gemeinsam mit Daniel Deusser (GER). Die weiteren Schweizer: 32. Joliat (4.61); 39. Fuchs (5.02) und 96 Smith (13.66).
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