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Longines CSIO St. Gallen: 90. Nationenpreis der Schweiz

24.05.2017 10:37
von  Roman Gasser //

Am offiziellen Pferdesportanlass der Schweiz, dem Longines CSIO St.Gallen vom 1. bis 4. Juni 2017 im Gründenmoos, sind die besten Springreiter der Welt mit ihren herausragenden Pferden am Start. Beim 90. Nationenpreis der Schweiz misst sich die einheimische Equipe mit Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien und Schweden. Für die zehn internationalen Prüfungen mit einem Preisgeld von über 700’000 Franken sind 63 Reiterinnen und Reiter aus 13 Ländern mit über 150 Pferden gemeldet. Mit 20 Teilnehmern stellt die Schweiz die grösste Delegation. Zum fast kompletten Elitekader gesellen sich auch die Nachwuchshoffnung Bryan Balsiger sowie die Rückkehrer Walter Gabathuler und Beat Mändli.

Ein Podestplatz beim 90. Nationenpreis der Schweiz ist das Ziel von Equipenchef Andy Kistler. «Aber es darf gerne auch der oberste Platz auf dem Podest sein», ergänzt er mit einem Schmunzeln. Denn ein Sieg am Heim-CSIO ist schon eine Weile her. Im Jahr 2000 gewann die Schweiz den Nationenpreis im eigenen Land zum letzten Mal. Damals noch in Luzern. Der letzte Sieg im Gründenmoos datiert sogar aus dem Jahr 1996. Umso schöner wäre ein Triumph bei der diesjährigen Jubiläumsaustragung. Andy Kistler hat dazu das bestmögliche Team vorgesehen: der Olympiasieger und zweifache Weltcupgewinner Steve Guerdat, der Schweizermeister und Sieger des Grossen Preises von Mexico, Martin Fuchs, der sensationelle Zweite am Weltcupfinal, Romain Duguet, sowie die routinierten Paul Estermann und Christina Liebherr. Welche vier dann am Freitagabend antreten werden, entscheidet der Equipenchef gemeinsam mit Trainer Thomas Fuchs wie gewohnt erst am Vorabend.

Einfach wird das Unterfangen Heimsieg nicht. Besonders Rekordsieger Deutschland mit 19 Erfolgen in Nationenpreisen der Schweiz ist immer zu den Favoriten zu zählen. Die beiden Ausnahmekönner Marcus Ehning, aktuelle Nummer sieben der Weltrangliste sowie Olympiasieger, Welt- und dreifacher Europameister mit der Mannschaft, und Marco Kutscher, ebenfalls zweifacher Olympiasieger mit dem Team, stechen aus der Mannschaft hervor. Roger-Yves Bost, Olympiasieger mit Frankreich an den Olympischen Spielen in Rio, führt die Equipe Tricolore an. Mit bisher 14 Siegen liegt Frankreich auf Platz zwei der siegreichsten Teams. Jungstar Bertram Allen kehrt mit seinen irischen Kollegen als Titelverteidiger ins Gründenmoos zurück. Gregory Wathelet und Lorenzo de Luca sind die Leader der Teams aus Belgien und Italien. Brasilien mit Olympiareiter Eduardo Menezes und dem überraschenden Sieger des Grossen Preises von La Baule, Pedro Junqueira Muylaert, sowie Schweden mit Henrik von Eckermann und vier Amazonen, werden als Aussenseiter alles tun, um für eine Überraschung zu sorgen. Neben der Schweiz geht es auch für Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden um Punkte, die eine Teilnahme am Nationenpreisfinal von Ende September in Barcelona (ESP) ermöglichen. Nur sieben von insgesamt acht Ländern aus Europas Top-Liga können sich dafür qualifizieren.

30 Jahre später

Mit insgesamt 20 Schweizer Reitern ist das Elitekader fast vollständig vertreten. An keinem anderen Turnier der höchsten Kategorie erhalten so viele unserer Reiter eine Startgelegenheit. Für sie alle geht es darum, sich mit guten Leistungen bei den schwierigen Prüfungen für höhere Aufgaben zu empfehlen. Speziell ist die Teilnahme für Bryan Balsiger, Walter Gabathuler und Beat Mändli. 1987 gewann Walter Gabathuler mit The Swan die Team-Bronzemedaille an den Europameisterschaften im Gründenmoos in St. Gallen. Zusammen mit Philippe Guerdat, heute Equipenchef Frankreichs, Markus Fuchs und Willi Melliger. Als Einziger ist Gabathuler auch 30 Jahre später noch im Sattel dabei. Nach seinem bemerkenswerten Comeback im letzten Herbst ist der Grandseigneur der Schweizer Springreiter zurück im Spitzensport und seit 2005 erstmals wieder im Gründenmoos am Start. Ein weiterer Rückkehrer ist der Schaffhauser Beat Mändli. Sein letzter Start in St. Gallen liegt sechs Jahre zurück. Er bringt die von ihm trainierte junge Amerikanerin Katherine A. Dinan mit. Erst zehn Jahre nach der EM-Medaille von Walter Gabathuler ist Bryan Balsiger überhaupt geboren. Heute ist er eines der grössten Nachwuchstalente der Schweiz und es ist für ihn sein erster Start am Longines CSIO St.Gallen.

Goodwill Trophy – es hat noch Startplätze frei

An der «Goodwill-Trophy» in St. Gallen starten zu können, ist kein unerreichbares Ziel – im Gegenteil. Noch bis Ende Mai können sich regional und national lizenzierte Reiter mit Pferden ab 200 Gewinnpunkten (R-Pferde) oder Pferden bis 2500 Gewinnpunkten (N-Pferde) für die beiden Prüfungen über 125 Zentimeter am Donnerstagmorgen anmelden.

Die 20 besten Reiter aus beiden Prüfungen qualifizieren sich für die Finalprüfung über 125 Zentimeter, die dieses Jahr wiederum am Freitagabend stattfinden wird. Diese wird in zwei Umgängen ausgetragen, wobei im zweiten die besten 50 Prozent der Teilnehmer zugelassen sind. Für die Prüfungen am Donnerstag können zwei Pferde gemeldet werden. Finalberechtigt ist dann aber nur ein Pferd. Der Reiter kann selbst bestimmen, mit welchem Pferd er am Final teilnehmen wird.

Das Startgeld für die «Goodwill-Trophy» beträgt 1000 Franken (1300 Franken für zwei Pferde). CSIO-Clubmitglieder erhalten eine Ermä?ssigung. Logenmieter bekommen eine kostenlose Startgelegenheit. Nennungen können nur online über das Nennsystem (my.fnch.ch) angenommen werden.

www.csio.ch

Teilnehmer

Mannschaften Nationenpreis

Belgien
Pieter Clemens
François Mathy Jr.
Catherine van Roosbroeck
Wilm Vermeir
Gregory Wathelet
EC: Peter Weinberg

Brasilien
João Victor Castro
Karina Johannpeter
Pedro Junqueira Muylaert
Yuri Mansour
Eduardo Menezes
EC: Pedro Paulo Lacerda

Deutschland
Marcus Ehning
Christian Kukuk
Marco Kutscher
Mario Stevens
André Thieme
EC: Otto Becker

Frankreich
Cédric Angot
Roger-Yves Bost
Bernard Briand Chevalier
Aldrick Cheronnet
Marc Dilasser
EC: Philippe Guerdat

Irland
Bertram Allen
Anthony Condon
Richard Howley
Dermott Lennon
Mark McAuley
EC: Rodrigo Pessoa

Italien
Emilio Bicocchi
Lorenzo de Luca
Giulia Martinengo Marquet
Luca Marziani
Paolo Paini
EC: Roberto Arioldi

Schweden
Petronella Andersson
Jonna Ekberg
Helena Persson
Henrik von Eckermann
Angelie von Essen
EC: Henrik Ankarcrona

Schweiz
Romain Duguet
Paul Estermann
Martin Fuchs
Steve Guerdat
Christina Liebherr
EC: Andy Kistler

Einzelreiter

Ägypten
Karim el Zoghby

Belgien
Ignace Philips

Frankreich
Benoit Cernin

Israel
Theodore Boris

Italien
Matilde Giorgia Bianchi

Niederlande
Sanne Thijssen

Schweiz
Bryan Balsiger
Fabio Crotta
Daniel Etter
Walter Gabathuler
Alain Jufer
Beat Mändli
Werner Muff
Nadja Peter Steiner
Jane Richard Philips
Niklaus Rutschi
Adrian Schmid
Edwin Smits
Janika Sprunger
Annina Züger
Philipp Züger

Ungarn
Mariann Hugyecz

USA
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