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Die Berner Dragoner haben eine bewegte Geschichte.
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Der Pferderücken ist ein Ehrenplatz

22.03.2016 14:58
von  Karin Rohrer //

Seit 25 Jahren haben sich die Berner Dragoner 1779 dem traditionellen Formations- und Quadrillenreiten verschrieben, wie es die alten, berittenen Verbände pflegten. Die Berner Dragoner 1779 sind stolz darauf, dem Staate Bern als offizielle Ehrenformation in besonderer Weise verpflichtet zu sein.

Jeweils im Januar findet der Neujahrsempfang des Diplomatischen Corps vor dem Bundeshaus statt und traditionell wird die Berner Regierung durch die Berner Dragoner 1779 vom Rathaus zum Bundeshaus eskortiert. Die an­schliessende, feierliche Ehrung und Beförderung der Mitglieder wird «Honneur à l’Etat» genannt und mauserte sich immer mehr zum Publikumsmagnet auf dem Berner Münsterplatz. Dies ist jedoch nur einer der vielfältigen Auftritte der Paradetruppe. «Unsere Kernkompetenz, das Reiten der Quadrille, konnten wir in den letzten Jahren an mehreren Anlässen unter Beweis stellen», erzählt Präsident und Inspekteur Stefan Küng. So waren die Berner Dragoner 1779 an der BEA-Galashow, meis­terten einen spektaku­lä­ren Auftritt am CHIO Aachen vor 30000 Zuschauern oder präsentierten zum
15-jährigen Jubiläum des IENA mit ihren Freunden, der «Milice Vaudoise» und dem «Cadre Noir et Blanc» eine Quadrille.

Inspekteur Stefan Küng.

Stetes reiterliches Weiterbilden

Damit die Berner Dragoner 1779 an offiziellen Anlässen eine harmonische Präsentation bieten können, ist gewissenhaftes und kontinuierliches Training unabdingbar. Um in einer so grossen berittenen Formation ein schönes Bild und eine gute Figur zu machen, benötigen selbst geübte Reiter mit reell ausgebildeten Pferden ein kompetentes Training. «Als Paradetruppe und Ehrenformation des Staates Bern streben wir eine hohe Qualität an bei unseren öffentlichen Auftritten. Zudem stellen wir hohe Ansprüche an die Ethik gegenüber dem Pferd», betont Stefan Küng. So wird die Anlage des Nationalen Pferdezentrums in Bern für die regelmässigen Trainings genutzt. Hier bietet sich eine moderne und praktische Infrastruktur an und nicht zuletzt trägt das ehrwürdige Ambiente dazu bei, dass sich die Dragoner wohlfühlen. Pierre-Eric Jaquerod hat 24 Jahre lang als Rittmeister fungiert und die Berner Dragoner 1779 reiterlich geformt. Unter seiner Anleitung trainierten die Mitglieder engagiert und konnten sich kontinuierlich in ihren Auftritten verbessern. Im Verlaufe des letzten Jahres hat der Commandant Ernst Voegeli das Amt des Rittmeisters übernommen und leitet nun die Trainingseinheiten der Paradetruppe und steht ihnen nach wie vor als Commandant vor.

Inspektion mit Ehrengast Armeechef André Blattmann im NPZ Bern.

Bewährtes bewahren und offen sein für Neues

Pierre-Eric Jaquerod bleibt den Berner Dragonern 1779 jedoch weiterhin erhalten und dies wird sehr geschätzt. «Das noch vorhandene Wissen und Können ehemaliger Kavalleris­ten ist für uns überaus wichtig. Gerade junge oder neue Pferde in die Schwadron einzuführen, setzt grosse Pferdekenntnisse und Fingerspitzengefühl voraus. Genau dieses Wissen kommt aus den Zeiten der Kavallerie und ist die Grundlage dafür, dass wir noch nie einen Unfall zu beklagen hatten. Die Treue der Mitglieder ist eindrücklich, so sind einige davon seit 25 Jahren, also seit der Gründung, mit dabei.» So erfreulich dies auch sein mag, es stimmt den Präsidenten auch nachdenklich, denn es sei die Pflicht des Vorstandes, dafür zu sorgen, dass der Fortbestand der Berner Dragoner 1779 gesichert sei. So werden laufend junge Mitglieder für die Berner Dragoner 1779 gewonnen. «Es ist nicht selbstverständlich, dass sich heutzutage junge Männer für die Erhaltung und Pflege der Kavallerietradition interessieren», meint Stefan Küng und freut sich umso mehr über die Neueintritte dieser neuen, pferdebegeisterten Generation. Vielleicht ist es gerade dieses besondere Formations-, Defilier- und Quadrillenreiten, welches nebst dem reinen Freizeitreiten oder dem Leistungssport einen ganz anderen Stellenwert einnehmen kann. Aber nicht nur die öffentlichen Auftritte, auch die Pflege der Kameradschaft wird grossgeschrieben. So sind die internen Anlässe oder der Altjahrsritt jeweils sehr gut besucht.

In Bern findet die Ehrung und Beförderung der Mitglieder statt, der sogenannte «Honneur à l’Etat».

Uniform nach historischem Vorbild

Die Uniformen werden rege benützt und müssen entsprechend in Schuss gehalten werden. Die Beschaffung neuer Uniformen ist aufwendig und kos­tenintensiv, denn eine neue Uniform kostet gut und gerne an die 5000 Franken. Die Gala-Uniform der Berner Dragoner 1779 wurde nach dem historischen Vorbild angefertigt und repräsentiert die letzte rein Bernische Truppe vor dem Untergang der alten Eidgenossenschaft. Anhand zeitgenössischer Abbildungen wurde eine Rekonstruktion der Uniform, der Hüte und der Pallasche (Bewaffnung) geschaffen. Die Pferde werden mit dem ehemaligen Offiziersreitzeug und der traditionellen Stangenzäumung ausge­rüs­tet. «Aus nachvollziehbaren Kostengründen müssen wir natürlich auf Schuss­waffen verzichten, welche dazumal zur Standardausrüstung gezählt haben. So mussten wir uns auf den an der linken Seite getragenen Pallasch beschränken», erklärt Stefan Küng.

(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 11/2016)

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